Stadtklengsfeld (Tschöpel/sj) - „ Wir sind Demokratie “ – mit diesem Motto plante die Feldatalschule ein Projekt mit dem Gymnasium Nr. 11 „Romana Brandstätter “ in Tarnów/Polen.
Durch das Thüringer Kultusministerium wurden alle Schulen im Freistaat informiert, dass das Gymnasium Nr. 11 in Polen eine deutsche Schule für dieses Projekt sucht. Die Feldatalschule kontaktierte Tarnów sofort. Zuerst mussten die jungen Leute eine „Wahl“ an ihrer Schule durchführen, die genau so ablaufen sollte, wie eine regulären Wahl. Am Ende des Tages wurden alle Stimmzettel ausgewertet, wobei es an beiden Schulen zu interessanten Ergebnissen kam.
Ein anderer Teil des Projektes war die Debatte über „Demokratie“, bei der an beiden Schulen Fragen an alle Schüler gestellt wurden. Auch wurde eine Straßenbefragung in der jeweiligen Stadt durchgeführt z. B. zu Demokratie und Presse- und Meinungsfreit. In der letzten Woche folgte der wahrscheinlich schönste Teil: die Fahrt nach Polen zur Partnerschule. Die Thüringer wurden mit großer Freude empfangen, da es bisher noch keine ausländische Partnerschule gab. Die Schüler wurden sich selbst überlassen, denn die Lehrer besprachen den genauen Ablauf der Projektwoche.
Am nächsten Morgen stellten die Schüler in einer Präsentation ihre Heimat und ihre Schulen vor.
Anschließend gab es für die Thüringer einen Museumsbesuch zum Thema „Zigeuner“ mit einer echten Zigeunerin . Danach wurde leider nur kurz die wunderschöne Altstadt von Tarnów mit der älteste Bäckerei der Stadt besucht, die seit weit über hundert Jahren existiert. Mittwoch fuhr die ganze Truppe nach Kraków, der Hauptstadt Kleinpolens. Dort mussten die Schüler in gemischten Gruppen Flyer über das Thema „Demokratie“ verteilen und dazu auch Passanten interviewen. Der entscheidendste Tag der Woche war der Donnerstag mit einer Debatte zum Hauptthema „Ich bin in der Demokratie“. Es wurde heftig diskutiert. Am Ende stellte sich heraus, dass die Jugendlichen beider Länder fast identische Antworten gaben. Am Nachmittag zog die Gruppe mit dem Plakat „Die Welt wäre besser ohne Rassismus!“ zum Markt, wo sich die anderen Schüler mit weiteren Plakaten versammelt hatten. Es wurde die europäische Hymne auf polnisch und deutsch gesungen. Dem Bürgermeister wurden Vorschläge zur Verbesserung der Demokratie übergeben. Abends ließ man die Woche in einem Zigeunerlager am Lagerfeuer ausklingen, wo noch einmal viel geredet und gelacht wurde. Die Thüringer Schüler fuhren mit einem lachenden und weinenden Auge wieder nach Hause. Schon in Kürze werden die polnischen Freunde in Stadtlengsfeld begrüßt.