Interview mit einem erfolgreichen Unternehmer zur Eisenacher Stichwahl

Ralf Pollmeier nimmt Stellung zu Katja Wolf

Eisenach (sj) - Hallo führte mit dem Creuzburger Unternehmer Ralf Pollmeier ein Interview zur Stichwahl-Kandidatin Katja Wolf.

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Unternehmer Ralf Pollmeier aus Creuzburg

© Foto: Christ

Am Sonntag, den 6. Mai, kommt es im Rahmen der Thüringer Kommunalwahlen am 22. April in der Wartburgstadt zu einer Stichwahl zwischen dem Kandidaten der CDU, Raymind Walk, und der Kandidatin der LINKEN, Katja Wolf.

Frage:  Herr Pollmeier, Sie sind der Meinung, dass die Kandidatin der LINKEN, Katja Wolf, Oberbürgermeisterin werden sollte. Sie sind in Eisenach nicht zu Hause, warum interessiert Sie, wer hier Oberbürgermeister wird?

Antwort: Wer in Creuzburg wohnt, ist auch in Eisenach zu Hause. Darüber hinaus interessiert es mich als politisch denkender Mensch wie es mit Eisenach weiter geht.

Frage: Was befugt Sie, mit einer Wahlempfehlung in die Geschicke der Stadt einzugreifen?

Antwort: Niemand bedarf einer Befugnis, um sich zu Wahlen zu äußern. Jeder kann und sollte seine Meinung sagen, sofern er glaubt einen sinnvollen Beitrag zur Meinungsbildung leisten zu können.

Frage: Sind Sie der Meinung, dass Sie die Stadt und ihre Probleme gut genug kennen, um einen solchen Einfluss zu nehmen?

Antwort: Es ehrt mich, dass Sie mir einen Einfluss unterstellen. Ich glaube, die Bürger wissen selbst ziemlich gut, was geht und was nicht geht. Das zeigt das Ergebnis der ersten Runde.

Frage: Was sind für Sie die vordringlichsten Probleme?

Antwort: Neben den finanziellen Problemen halte ich politische Glaubwürdigkeit für das größte Problem hier in Eisenach.

Frage: Sie sind ein außerordentlich erfolgreicher Geschäftsmann. Welche Lösungsvorschläge hätten sie für diese Probleme?

Antwort: Erfolg ist relativ, es gibt jede Menge Leute die viel erfolgreicher sind als ich. Mein Lösungsvorschlag: Weniger Geld in unnützen Ausgaben versenken, z.B. deshalb auch die Kreisfreiheit überdenken und Konzentration auf das Wesentliche, damit die Stadt finanziell gesundet.
Und was politische Glaubwürdigkeit anbelangt, konsequent alles unterlassen was Glaubwürdigkeit beschädigt.

Frage: Kennen Sie sich in der Kommunalpolitik genügend aus, um überhaupt Ratschläge geben zu können?

Antwort: Gesunder Menschenverstand müsste eigentlich ausreichen. Daher traue ich mir das zu. Leider gibt es durch Parteilklüngel und inkompetente Politiker zu viele Fehlentscheidungen.

Frage: Sind Sie je auf die Idee gekommen, sich selbst für ein solches Amt zur Verfügung zu stellen?

Antwort: Aus Zeitmangel kann ich kein hauptamtliches Amt anstreben. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass sich Bürger mit entsprechendem Wissen politisch ehrenamtlich engagieren und einbringen müssen.

Frage: Wen halten Sie für den besseren OB?

Antwort: Beide halte ich für befähigt. Aber: Jahrelange Alleinherrschaft der CDU im Land und in der Stadt hat ihr nicht genutzt, um wichtige Weichen für Eisenach zu stellen. Wieso sollte dies jetzt Raymond Walk gelingen, wo vieles komplizierter ist?

Frage: Was hat Katja Wolf, was Raymond Walk nicht hat?

Antwort: Sie hat nicht diesen Sumpf an Altlasten, den die Eisenacher CDU hat. In der CDU haben viele von Köckert und seinen Verstrickungen gewusst, aber sich als unfähig erwiesen, dieses Problem selbst zu lösen. Jetzt kommt nach und nach zu Tage, was es an Selbstbereichung und Missbrauch gab. Einer Partei, die ihre eigenen Probleme nicht lösen kann, traue ich es auch nicht zu, Probleme anderer zu lösen. Da Katja Wolf diese Altlasten nicht stemmen muss, kann sie eine bessere Politik machen.

Vielen Dank für das Gespräch! Sonntag Abend wissen wir mehr.