Ratsherren fordern mehr biologische Vielfalt in der Gemeinde

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So könnte es auf vielen Flächen in unseren Gemeinden aussehen, sind die Ratsherren (v.l.) Gerd Henke, Lothar Gasch und Erich Gauding überzeugt.

© Foto: Anne Gauding

Lauenförde (brk) - In der Gemeinde Lauenförde ebenso wie in der Samtgemeinde Boffzen würden gemeindeeigene Flächen im Sommer zu oft gemäht. Für Insekten wichtige Wildblumen, Wildkräuter und Gräser könnten sich dadurch nicht entfalten. Das habe die ökologische Verarmung öffentlicher Anlagen zur Folge. So lautet die Aussage der Lauenförder Ratsherren Gerd Henke (Grüne) und Erich Gauding (parteilos), die diese Entwicklung stoppen wollen. Sie fordern die Anlage von Blühstreifen und Wildblumenwiesen, wo dies in der Gemeinde möglich ist und stellen einen entsprechenden Antrag an den Gemeinderat.
Das nahezu wöchentliche Rasenmähen in der Vegetationszeit spare zudem erhebliche Kosten im Bauhof der Samtgemeinde Boffzen und setze dort personelle Ressourcen für sinnvollere Arbeiten frei, sind Henke und Gauding überzeugt.
Die beiden Ratsherren verweisen auf aktuelle Erkenntnisse der Wissenschaft. Danach sind von den geschätzten acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit rund eine Million vom Aussterben bedroht. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Vereinten Nationen. „Dieser bedrohlichen Entwicklung entgegenzuwirken ist auch Aufgabe von Kommunen. Sie haben die Möglichkeit, die Lebensbedingungen von Honig- und Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen und Käfern und damit auch von Vögeln und Kleinsäugern zu verbessern“, erklären Henke und Gauding. Ein Beitrag zur Schaffung neuer, artenreicherer Lebensräume sei die Anlage von Blühstreifen und Blumenwiesen.
Sterile Rasenflächen, wie sie heute noch überall in den Gemeinden der Samtgemeinde anzutreffen sind, böten dagegen solche Nahrungsquellen nicht. In trockenen Perioden würden sie braun und seien ein unschöner Anblick. Für Natur- und Artenschutz sei das wöchentliche Mähen kontraproduktiv und nicht mehr zeitgemäß.
Ein anderer Aspekt seien die unnötigen Kosten durch den Verbrauch von Betriebsstoffen, die Abnutzung von Maschinen und den erhebliche Personaleinsatz. Gerade die personellen Ressourcen könnten anderweitig sinnvoller eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Pflege von Gehölzen im Gemeindegebiet.
Dass Bürgerinnen und Bürger zum Teil schon weiter sind als die Kommunalpolitik, zeige ein Beispiel aus der Lauenförder Meintestraße. Dort haben engagierte Bürger auf einer etwa 150 Quadratmeter großen Brachfläche eine bunte Blumenwiese angelegt. „Solch gelungenen Beispielen sollten auch die Gemeinden nacheifern“, sagt Lothar Gasch, der Bündnis 90/Die Grünen im Samtgemeinderat Boffzen und im Gemeinderat Fürstenberg vertritt. Der Schmetterlingskundler will zusammen mit Erich Gauding die Lauenförder Blühstreifen-Initiative nun auch auf die Samtgemeinde erweitern.

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