Frankfurt am Main/Suhl (pm/sg) - Die Region Suhl belegt im bundesweiten Vergleich der Investitionen in die Informations- und Kommunikationstechnologie (ITK) im vergangenen Jahr den 80. Rang und verschlechtert sich so um 20 Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Die Mittelständler aus der Region investierten 2011 durchschnittlich 1.817 Euro pro Arbeitsplatz und damit 119 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt (1.936 Euro).
Bundesweiter Spitzenreiter bleibt München. Hier gaben die Unternehmen durchschnittlich 2.674 Euro aus. Top-Aufsteiger ist die Region Freiburg, die sich um 26 Ränge von Platz 68 im Vorjahr auf Platz 42 verbesserte. Schlusslicht bleibt Göttingen. Hier wurde zwar deutlich mehr als 2010 investiert – aber mit 1.781 Euro lagen die Ausgaben pro Arbeitsplatz immer noch weit unter dem Bundesdurchschnitt. Die ITK-Ausgaben der deutschen Mittelständler legten bundesweit gesehen nach einem Einbruch in 2009 das zweite Jahr in Folge um circa zwei Prozent zu. Damit lagen die Investitionen im vergangenen Jahr das erste Mal auf einem höheren Niveau als vor Beginn der Wirtschaftskrise. Zu diesem Ergebnis kommt der repräsentative Investitions-Atlas der Sage Software GmbH (www.sage.de/studien), der zum vierten Mal in Folge das Ausgabeverhalten deutscher Mittelständler für 87 Regionen dokumentiert.
Fit für die Zukunft
Die deutsche Wirtschaft ist auch im vergangenen Jahr wieder kräftig gewachsen. Laut Statistischem Bundesamt (DeStatis) lag das preisbedingte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2011 um 3,0 Prozent höher als im Vorjahr. Mit dem anhaltenden Aufschwung ist auch die Zuversicht der mittelständischen Unternehmen zurückgekehrt. Sie investierten 2011 durchschnittlich 1.936 Euro pro Arbeitsplatz und damit zum ersten Mal wieder mehr Geld in ihre Hardware, Software, Services und Kommunikations-Equipment als vor der Wirtschaftskrise. „Mittelständler haben sich im letzten Jahr für den Aufschwung gerüstet, und dafür auch massiv in ihre Informations- und Kommunikations-Infrastruktur investiert“, sagt Peter Dewald, Geschäftsführer der Sage Software GmbH, die mit 250.000 Kunden einer der führenden Anbieter betriebswirtschaftlicher Software im deutschen Mittelstand ist. „Da eine moderne IT-Ausstattung zu den wichtigsten Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Erfolg gehört, sind die gestiegenen Investments in die ITK eine wichtige Bedingung für die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands.“
Thüringen und seine Regionen
Über alle Branchen hinweg betrachtet gaben Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitern im Durchschnitt jährlich 1.861 Euro pro Arbeitsplatz für ITK aus, womit Thüringen unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Im Zwölf-Länder/Gebiete-Vergleich belegt die Region damit den neunten Platz – direkt hinter Niedersachsen/Bremen und direkt vor Sachsen.
Die Bundesländer im Überblick: Thüringen mit Platz neun im schlechten Mittelfeld
Im Vergleich der Bundesländer behauptete Hessen das vierte Jahr in Folge seinen Spitzenplatz. 2011 gaben hessische Mittelständler durchschnittlich 2.057 Euro pro Arbeitsplatz und damit 49 Euro mehr als 2010 für Informations- und Kommunikationstechnologien aus. Obwohl Firmen aus Baden-Württemberg mit 1.998 Euro ebenfalls deutlich mehr als 2010 (1.956 Euro) in einen Arbeitsplatz investierten, rangiert das Bundesland im Vergleich weiterhin auf dem dritten Rang. Den zweiten Platz holten sich die Bayern, die mit einer Investitionssumme von 2.000 Euro denkbar knapp an den Baden-Württembergern vorbeizogen und sich gleich um zwei Plätze verbesserten. Neben Bayern konnten sich ebenfalls die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Sachsen um zwei Ränge verbessern. Der Freistaat Sachsen kletterte dabei mit einer durchschnittlichen Investitionssumme von 1.856 Euro vom letzten auf den zehnten Rang. Schlusslicht in diesem Jahr: Sachsen-Anhalt. Hier investierten Firmen durchschnittlich 1.841 Euro und damit 216 Euro weniger als die Hessen in ihre IT- und Telekommunikationsinfrastruktur pro Arbeitsplatz. Großer Verlierer des Vergleichs ist jedoch die Region Schleswig-Holstein/Hamburg. Zwar wurde mit 1.955 Euro immer noch mehr als im Bundesdurchschnitt (1.936 Euro) investiert, da aber die Ausgaben im Vergleich zu 2010 in Flensburg/Kiel, Elmshorn und Lübeck rückläufig waren und nur Hamburg mehr Geld für ITK ausgab, verlor die gesamte Region ihren ‚Medaillenplatz‘ und rutschte vom zweiten auf den sechsten Platz ins Mittelfeld ab.
Thüringen - Mittelstand mit Tradition
Der Freistaat Thüringen ist ein traditionsreicher Industriestandort in der Mitte Deutschlands. Die Thüringer Wirtschaft wird durch eine Vielzahl leistungsstarker mittelständischer Unternehmen getragen. Das Land zeichnet sich durch eine überdurchschnittlich hohe Betriebsdichte aus, dies sind neben Unternehmen der Ernährungswirtschaft, der Automobilindustrie und der Optoelektronik und der Biotechnologie auch eine Vielzahl von Handwerksbetrieben sowie Unternehmen der Dienstleistungswirtschaft.
Über den Sage Investitions-Atlas ITK
Erstellt wurde der Investitions-Atlas von dem Marktforschungsunternehmen techconsult, das im Auftrag von Sage im ersten Halbjahr 2011 IT-Entscheider wie Geschäftsführer, IT-Leiter oder CIOs telefonisch befragte. Die repräsentative Stichprobengröße betrug erneut 2.500 mittelständische Unternehmen mit unter 500 Mitarbeitern aus dem gesamten Bundesgebiet. Die Daten wurden aus der techconsult Regional-Grundgesamtheit (Quelle DeStatis: Statistik Regional) sowie aus dem eAnalyzer* von techconsult errechnet. Die Werte wurden zusätzlich mit einem Regionalfaktor gewichtet, der die regionalen Differenzen des ITK-Ausgabeverhaltens widerspiegelt und sich aus den Dimensionen Wirtschaft, Bildung und Raumdichte zusammensetzt (Quelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung: INKAR). Ausgewertet wurde im Atlas das Ausgabeverhalten der Mittelständler sämtlicher Branchen für 87 Regionen. Dabei wurden unter ITK-Ausgaben alle Investitionen in Hardware, Software und Services sowie Kommunikations-Equipment zusammengefasst und pro Arbeitsplatz erfasst. Der deutsche Durchschnitt an diesen Ausgaben lag 2011 bei 1.936 Euro. Der Atlas analysiert zum vierten Mal in Folge die Investitionshöhe mittelständischer Unternehmen in Hardware, Software, Services und Kommunikations-Equipment pro Arbeitsplatz.
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