Strukturmaßnahmen, Projekte und Fördermöglichkeiten - Ländlicher Raum in Südniedersachsen

Hannover/Northeim/Uslar (cj) - Auf Initiative von MdL Uwe Schwarz hatte die niedersächsische Staatssekretärin Birgit Honé alle Bürgermeister sowie die Stadt- und Kreisfraktionsvorsitzenden der Kommunen im Landkreises Northeim zu einer Gesprächs- und Informationsveranstaltung nach Uslar-Eschershausen ins Gasthaus Johanning eingeladen. Im Focus stand die „Regionalentwicklung in Südniedersachen“ .

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v.Li.: MdL Uwe Schwarz, Staatssekretärin Birgit Honé und Matthias Wunderling-Wellbier vom Amt für regionale Landesentwicklung, hatten Kommunalpolitiker aus dem Landkreis Northeim zur Informations- und Gesprächsrunde ins Gasthaus Johanning nach Uslar-Eschershausen eingeladen. 

© Foto: Junginger

Neben Staatsministerin Birgit Honé und MdL Uwe Schwarz war auch der Landesbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier vom Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig vertreten.

Erklärtes Ziel der niedersächsischen Landesregierung ist Staatssekretärin Honé zufolge, die Entwicklung einer gemeinsamen Region Südniedersachsen - ohne „politischem Kirchturmdenken.“ Hierfür wurden vom Land Kooperationsprojekte angeschoben, die sich dem gemeinsamen, südniedersächsischen, infrastrukturellen Bedarf widmen. Für den Landkreis Northeim ist das Projektbüro in Göttingen der Ansprechpartner, wo auch konkrete Projektvorschläge aus den einzelnen Kommunen eingereicht werden und worüber, bei positiver Bewertung, auch die Förderung läuft.
Mit der Veranstaltung wurde über den aktuelle Stand des Südniedersachsenprogramms, über EU-Förderprogramme und über die sich hieraus ergebenden Chancen für die Städte und Gemeinden Südniedersachsens informiert.

Die Schwerpunkte des infrastrukturellen Bedarfs – und damit der gemeinsamen Bedarf in Südniedersachsen - wurde durch den Zweckverband Südniedersachsen in Zusammenarbeit – unter Berücksichtigung des demografischen Wandels - mit der Universität Göttingen ermittelt. Für eine zukunftsfähige, das heißt, auch für junge Leute attraktive Region Südniedersachsen, stehen nun drei infrastrukturelle Aufgabengebiete im Focus der Landesregierung. 1. Bedarfsgerechte, nachhaltiger Mobilität, 2. Breitbandausbau und 3. Fachkräfte und Standort für Wirtschaft und Wissenschaft in Südniedersachsen sichern.

1. Bedarfsentsprechende, nachhaltige Mobilität:
Im ländlichen Raum Südniedersachsens war das öffentliche Nahverkehrsangebot bislang an die Schulbusse gekoppelt. Angesichts der sinkenden Schülerzahlen, ist dieses durch den Schülerbeförderungsbedarf bestimmte Mobilitätsmodell nicht mehr zeitgemäß. Im Juli 2015 wurde nun mit dem Fördermittelbescheid über 200.000 Euro das Mobilitäts-Bedarfsermittlungs-Projekt IMES gefördert. Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Universität Göttingen und dem Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen.
Im Mittelpunkt von IMES (Integrative Mobilitätsinnovation zum Erhalt der Standortattraktivität in Südniedersachsen) stehen neben dem lokalen Mobilitätsbedarf in Hann. Münden und Osterode auch der in Uslar.
Am Beispiel dieser drei regionalen Modellräume soll ein Methoden-Set entwickelt werden, mit dem in jeder beliebigen Region, spezifische Mobilitätsbedarfe effizient erhoben und innovative Konzepte zur nachhaltigen Mobilitätsgestaltung abgeleitet werden können. Die praktische, konkrete Umsetzung soll dann unter Einbeziehung von Bürgerinnen und Bürgern ausgearbeitet werden. Erste Überlegungen beziehen neben dem Einsatz vom EcoBus sowohl den Bedarf jüngerer als auch an ältere Fahrgäste, aber auch den von beispielsweise behinderter Fahrgäste und den abrufbaren Fahrdienst mit ein.
In dem neuen, bedarfs- und nachhaltigkeitsorientierten Verkehrskonzept mit EcoBus, soll für die Mobilität der Zukunft auch die Reaktivierung der Bahnstrecke Salzhelden sowie gegebenenfalls die Wiedereröffnung einzelner, heute geschlossener Bahnhof-Stationen berücksichtigt werden. Die Landesregierung Niedersachsen strebe danach, die Mobilität der Zukunft im Südniedersächsischen Raum so schnell wie möglich umzusetzen, erklärte der Landesbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier.
2. Ausbau der Breitbandversorgung:
Ziel der Landesregierung sei die Attraktivität des ländlichen Raums für die Zukunft zu stärken. Hierzu gehöre ein flächendeckendes Breitband-Angebot. Im Landkreis Northeim befinden sich Uwe Schwarz zu Folge die meisten „weißen Löcher“. Diese „weißen Löcher“ gelte es zu schließen. Angestrebt werde, dass in der Region flächendeckend ein Netz mit 30 bis 50 Mbits angeboten werden kann. Der Ausbau des Breitbandangebots sei auch notwendig, um die Attraktivität der Region als Wirtschaftsstandort zu erhöhen und damit auch, um Fachkräfte anzuziehen und zu binden.

3. Innovations-Campus Südniedersachsen – Wirtschaft und Wissenschaft:
Konstatiert wurde außerdem, dass der Transfer zwischen den Wissenschaftsstandorten Südniedersachsens nicht gut gelinge. Um diesen Transfer wissenschaftlicher Analysen und Erkenntnissen zu fördern und besser umzusetzen, soll das Netzwerk „Innovations-Campus Südniedersachsen“ ins Leben gerufen werden. In diesem Kontext wurde auch das Modell-Set für die Bedarfsermittlung im Nahverkehr, als auch die konkrete, technische Entwicklung vom EcoBus entwickelt.

EU-Förderung und andere Fördermöglichkeiten:
„Ziel der europäischen Förderpolitik und der verschiedenen Programme ist es, Unterschiede im Lebensstandard der Menschen und Benachteiligungen einzelner Regionen auszugleichen. Gleichberechtigter Zugang und gleichberechtigte Nutzung von Ressourcen ist ein Grundgedanke seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl im Jahr 1957. Die Europäische Union hat seitdem im Rahmen der Kohäsionspolitik verschiedene Förder- und Finanzierungsinstrumente entwickelt, die von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Finanziert werden so beispielsweise Projekte der Regionalförderung, Forschung und Innovation oder auch Bildung und Kultur.“ Regionen in Südniedersachsen konnten bislang oftmals keine EU-Fördermittel in Anspruch nehmen, da die Co-Finanzierung nicht gegeben war, berichtet Landesbeauftragte Matthias Wunderling-Weilbier.

Über EU-Förderungen und über weitere, andere Struktur-Fördermöglichkeiten informiert das Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig auf seiner Webside. Hier sind auch weiterführende Informationen zu den Förderprogrammen EFRE & ESF, LEADER, ILE, Flurbereinigung, Dorferneuerung, Breitband sowie weitere Strukturfördermöglichkeiten zu finden: www.arl-bs.niedersachsen.de

Das Projektbüro Südniedersachsen ist in Göttingen und ist für die Strukturförderung unserer Region zuständig. Dieses Projektbüro ist die direkte Anlaufstelle für Projektanträge und bietet die entsprechende Beratung:
www.arl-bs.niedersachsen.de/startseite/wir_ueber_uns/projektbuero_suedniedersachsen/das-projektbuero-suedniedersachsen-125892.html

Im Anschluss an die informativen Vorträge, bestand für die Kommunalpolitiker Gelegenheit regionalspezifische Themen anzusprechen und auch Fragen zu konkreten Projekten zu stellen.