Suhl (sg) - Für reichlich Diskussion und Leserbriefe sorgte ein Stadtratbeschluss, der vorsieht, einige Straßenzüge in der Nacht dunkel zu lassen. Damit sollen Energie und Kosten gespart werden.
Die Beleuchtung öffentlicher Verkehrsflächen ist sehr groß, was sich auch in den Kosten widerspiegelt. Für Energiekosten, Wartung und Investitionen werden rund 900.000 Euro in jedem Jahr ausgegeben. Allein die Straßenbeleuchtung verschlingt 474.000 Euro jährlich. Deshalb wird eine Kostenreduzierung bei der Straßenbeleuchtung angestrebt, heißt es im Stadtratbeschluss.
Norbert Walther, Leiter des Bau- und Stadtentwicklungsamtes sagte, dass die Stadträte den Bürgerinnen und Bürgern nicht das Licht ausknipsen wollen, sondern die Finanzprobleme im Vordergrund stehen. Oberstes Ziel sei nun einmal die Haushaltskonsolidierung, danach käme gleich die Energieeinsparung. Eine Abschaltung würde, laut Rechnung jährlich bis zu 16.800 Euro einsparen.
Es gibt bereits laufende beziehungsweise realisierte Maßnahmen, wie „die schrittweise Erneuerung der Suhler Straßenbeleuchtung mit energieeffizienten Lösungen, die Reduzierung der Straßenbeleuchtung in den Wohngebieten (2011)“, heißt es in dem Beschluss. Weitere Überlegungen sind: die Sicherung günstigerer Strompreise, die Totalabschaltung der Straßenbeleuchtung an Straßen mit „Außerortscharakter“, die Begleichung der Stromkosten für beleuchtete Werbeanlagen durch die Werbeunternehmen. Diese Totalabschaltung soll nur an geeigneten Straßen beziehungsweise an Straßenabschnitten erfolgen. Hier hat der Suhler Eigenbetrieb, die Polizeiinspektion das Ordnungsamt und das Bau- und Stadtentwicklungsamt eng zusammen gearbeitet. Ausschlusskriterien wurden zusammengetragen, die Kreuzungen, Überwege, Bushaltestellen und angrenzender Wohnungsbau einschließen, denn hier könnte eine Abschaltung problematisch und zu Gefahren, wie Unfällen und Verletzungen führen. Im Interesse der Verkehrssicherheit wurde hier von einer totalabschaltung abgesehen. „WEchselabschaltungen“ seinen ebenfalls problematisch, heißt es in dem Beschluss weiter. Die Abschaltung jeder zweiten Lampe wurde abgelehnt, denn so entstehen zu viele Hell- Dunkel- Zonen, in denen das Auge Mühe hat sich an den Wechsel zu gewöhnen. In den Gewerbegebieten wurde eine Totalabschaltung ebenfalls abgelehnt. Die Attraktivität des Standortes dürfe schließlich nicht abnehmen und Kriminellen solle auch keine „Einladung“ gemacht werden.
Folgende Straßen wurden ausgewählt, in denen es jetzt dunkel wird. Schleusinger Straße (zwischen Polizeidirektion und Ortsausgang Richtung Schleusingen), Meininger Straße (zwischen Ostknoten und Westknoten Suhl Heinrichs), Gothaer Straße (zwischen Cranachstraße und Knoten Fröhlicher Mann), Lauter/ Suhler Straße (zwischen Abzweig Bocksberg und Ortseingang Goldlauter), Straße zwischen Linsenhof und Albrechts, Straße An der Hasel (zwischen Knoten Sehmar und Busbahnhof), Gräfenleite (zwischen Autobahnzubringer und Schillingstraße) und Mühlbergstraße (Bereich Zufahrt Forsthaus).
Für erst einmal ein Jahr soll nun die Variante der „Totalabschaltung der Straßenbeleuchtung an Straßen mit Außerortscharakter“ ausprobiert werden. Insgesamt 5.800 sogenannte Lichtpunkte, also Straßenlaternen, stehen in Suhl. Dazu kommen 101 Schaltschränke und die ganze Verkabelung, all das muss von der Stadtverwaltung in Schuss gehalten werden. Zum großen Teil, sind einige Anlagen bis zu 30 und 40 Jahre alt. „Der bauliche Zustand ist marode und sie sind ein Energiefresser“, sagte Norbert Walther. Im Jahr macht der Haushalt 140.000 Euro locker um die Straßenbeleuchtung zu ersetzen und zu erneuern, und wenn nötig Wartungen vorzunehmen. Das seien ungefähr 30 Masten mit technischen Nebenanlagen, die man ersetzen könne. Die neue Technik heißt Natrium- Dampfleuchten mit Spiegeltechnik, die eine „zeitlich begrenzte Lichtabschaltung in der Nacht ermöglichen“, so Norbert Walther weiter.
Das Stadtgebiet solle weiterhin insgesamt überprüft werden. Die Stadtverwaltung will bis zum Herbst diesen Jahres einen Maßnahmeplan für effizientere Straßenbeleuchtung heraus arbeiten. Dabei soll geprüft werden, ob man die Anzahl der Lichtpunkte reduzieren kann. Außerdem steht bei der Erschließung neues Baulandes die Frage nach der Beleuchtung. Neue Strategien und eine langfristige technische Politik für die nächsten Jahre solle entstehen. Hinweise aus der Bevölkerung nimmt die Stadtverwaltung gerne auf. An folgende Mailadresse bau-stadtentwicklung@stadtsuhl.de können alle Bürgerinnen und Bürger ihre Hinweise und Ideen schicken.
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