Gera (tti) - Traumwetter, Zuschauerrekord, Starterbestwert, Wunschergebnisse heimischer Athleten und eine sehr entspannte Atmosphäre - natürlich ist die Euphorie in der Triathlon-Abteilung des TSV 1880 Gera-Zwötzen mit diesem Rundum-Erfolg der 18. Auflage ihres Heimwettkampfes riesig groß. Wenn man auf die Zahlen und dahinter schaut, kann man die Freuden mit ihnen gern teilen. Erst recht, wenn man weiß, es gibt substantielle Zukunftspläne und ein gut dazu passendes Echo in der Stadt. Aber der Reihe nach:
Ein recht entspannter Ablauf des Wettkampfprogramms ließ auch den Organisatoren Stefan Würfel und Jens Winter (v.r.) noch Gelegenheit zum Start in einer der dieses Mal 26 Firmenstaffeln. Mit ihnen war Peter Palzer als Radrenner unterwegs.
© Foto: pebe-sportDie Anzahl der Nachmeldungen vom Sonntag unterschritt nur gering die nicht angetretener Aktiver. So sind 576 Starter im Einzel und mit den Staffeln der neue Horizont. Etwa im 600er Bereich solle sich die Kapazität auch halten, die im Hofwiesenbad gut zu bewältigen ist, sagt Jens Winter. In letzter Minute zogen noch sehr interessante Leute ihre Option zum Start über die olympische Distanz. Das machte die Vormittagswettkämpfe für die Lokalmatadoren viel spannender. Bei den Frauen zog zunächst ein Spitzenquartett die Beobachterblicke auf sich. Vorjahressiegerin Anita Marquart (TSV 1880) hielt im Schwimmen Anschluss an die Favoritin Heidi Sessner (Assamstadt). Mit Ex-Bundesligistin Judith Lotz (Göttingen) und Geras Katrin Puth blieben laufstarke Verfolgerinnen nach dem ersten Wechsel auf das Rad in Reichweite. Auch beim Übergang zum 10 km-Lauf war das Ding noch nicht entschieden. Später machte die Siegerin Sessner der Marquart Komplimente für deren 40 km-Radrennen. Und Puth lief von Position 4 noch heran, um knapp 5 Minuten hinter Sessner doch das Silbertreppchen vor Marquart zu erobern. Die Zeichen, so die Cheforganisatoren Stefan Würfel und Jens Winter unisono, stehen günstig, den Damen-Wettkampf in Gera mit solchen sympathischen Szene-Botschafterinnen, die sich hier pudelwohl gefühlt haben, zu profilieren und in den nächsten Jahren auszubauen. Dass die Siegerehrung auf sich warten lassen musste, lag z.B. daran, dass sich für die Startwelle drei die starke Berliner Catrin Burow nachgemeldet hatte. Auch wenn sie dann das Klassement letztendlich nicht mehr umkrempeln konnte.
Das gab den Moderatoren Gelegenheit sich reportagehaft dem Wettstreit der Jüngsten zu widmen. Mädchen und Jungen aus Nürnberg, Erfurt, Weimar plus Gera - das ließ sich hören, wenngleich die Größe des Feldes noch Reserven hatte. Den gewollten familiären Charakter würde ein Zuwachs da stärken, hofft TSV-Nachwuchs-Trainer Robin Schneider. Er selbst konnte sich nach studentischem Prüfungsstress vor den Augen von Landestrainer Thomas Zirkel mit Rang 2 nochmals für Einsätze in der 2. Bundesliga empfehlen. Souveräner Sieger wurde mit Henry Beck einer seiner Sportfreunde aus dem Team Weimarer Ingenieure /HSV Weimar. Der hatte sich, wie übrigens auch Theo Popp (TSV), kurz entschlossen auf den für ihn nach seinen Erfolgen von 2005 und 2006 veränderten Powertriathlon-Kurs begeben und entdeckte den als zuschauerfreundlich, passend zu seinen Saisonvorbereitungen auf die DM über die längere Mitteldistanz am 21. Juli im Allgäu. Mit 2:12:56 wäre Heidi Sessner bei den Herren noch oder nur 15. geworden. In diesem Feld präsentierten sich z.B. erfreulich viele Thüringer Regionalligisten.
Aus TSV-Trainersicht machte Jens Winter u.a. Theo Popp (5.) über die olympische Distanz und Junioren-Sieger David Hoffmann (Sprint- /Jedermann-Strecke) größere Komplimente. Auch Catrin Krause als Jederfrau-4. überzeugte. Niklas Rinke (2. in der Jugend A) habe im Radfahren und Laufen deutlich zugelegt. Marius Rinke stand auf Treppchen 3 der Schüler C wie auch Laura Ludwig (Schüler A) und Emily Lucy Köpper (Schüler C). Starke Konkurrenz aus Weimar und Erfurt dominierte in erwarteter Weise. Sie komplettierte mit ihrer Teilnahme die sehr gute Akzeptanz von Gera als Wettkampfort der Thüringen-Cup-Serie und künftigen Thüringenliga.
Mit 140 Helfern standen dem Powertriathlon deutlich mehr, v.a. mehr unterstützende Eltern zur Verfügung. Die Gäste schwärmten vom Kuchenangebot der TSV-Muttis und Omis aus verschiedenen Vereinsabteilungen. 40-50 frische Hausbäcker-Sorten, wo gibt es das sonst?
Auch eine konstante Jedermann-Starterzahl im Einzel- (121) oder Staffelwettbewerb (30 x 3 Teilnehmer) und mehr Firmenstaffeln (26) haben es den Veranstaltern gelohnt, ein solches ambitioniertes (Familien-)Sportereignis auf die Beine zu stellen. Ein großes Dankeschön gilt auch den Partnervereinen, Ausstellern, dem THW und der Stadtverwaltung.
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