Freude und große Enttäuschung beim FC BW Weser

Förderung für Lauenförder Sportheim abgelehnt

Lauenförde/Beverungen (brv) - Fast täglich wird über Förderzusagen für die Renovierung von Sportstätten aus dem 300 Millionen Förderprogramm der NRW-Landesregierung berichtet. Heruntergebrochen auf die Stadt Beverungen ergibt dies 300.000 EURO für alle Vereine im Stadtgebiet.

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Da das Sportheim des länderübergreigenden Sportvereins in Niedersachsen ligt, wurde ein Förderung seitens des Landes NRW verweigert. 

© Foto: Vössing

Antragsteller sind hier die Vereine und nicht die Kommunen. Insofern wartete man bei FC sehnlichst auf eine Förderzusage für die Renovierung der Toilettenanlage im Sportheim Lauenförde.
Der FC Blau-Weiß Weser hat nach Teilnahme an Informationsveranstaltungen des Kreissportbunds Höxter am Tag der Öffnung des Onlineportals der NRW-Staatskanzlei den Antrag auf Förderung bei der Renovierung/Verlegung/Neugestaltung der nicht mehr zeitgemäßen Toilettenanlage im Sportheim Lauenförde gestellt. Im August 2019 feierte der Verein die Einweihung des Vereinsheim vor 70 Jahren. Trotz mehrfacher An- und Umbauten merkt man dem Gebäude sein Alter an. Bereits bei der JHV des damaligen SC Lauenförde 2008 stand die Renovierung der Toilettenanlage auf der Agenda, wurde aber aus finanziellen Gründen immer wieder verschoben.{elemnt}
Die geplanten Aufwendungen für die behindertengerechte Toilettenanlage wurden mit 15.658 Euro bei Eigenleistungen von 3.220 Euro ermittelt. Schon in den Vorbesprechungen mit dem Kreissportbund Höxter stand die Problematik, dass die Belegenheit des Sportheims in Niedersachsen einer NRW-Förderung eventuell entgegenstehen könnte, im Raum. Um Prioritäten bei der Entscheidung über die Fördermaßnahmen setzen zu können, wurde versucht, die Frage bei der Staatskanzlei in Düsseldorf zu klären. Nach telefonischer Auskunft der Staatskanzlei Düsseldorf ist der Sitz des Vereins entscheidend. Damit wähnte man sich auf der sicheren Seite und beantragte hierfür Fördermittel. Das ist auch logisch, da das im Eigentum stehende Vereinsheim zum Vermögen des FC Blau-Weiß Weser mit Sitz in Beverungen und Eintragung im Vereinsregister beim AG Paderborn gehört.
Nun wurde dem FC Blau-Weiß Weser in einer Kurznotiz: “Die Sportstätte liegt in Niedersachsen“ die Ablehnung des Förderantrags durch das Empfehlungsgremium beim KSB Höxter mitgeteilt.
Während sich das KSB-Gremiums bei seinen intransparenten Entscheidungen andererseits großzügig über eine Abgrenzung zwischen ideellen Bereich und wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb hinweggesehen hat, war man bei dem Antrag des FC BW Weser sehr pingelig. So verwehrte der KSB dem FC BW erhebliche Fördermittel, weil das Sportheim 509 Meter von Landesgrenze entfernt auf niedersächsischen Boden steht.
Die Entscheidung findet beim Vorstand des Vereins überhaupt kein Verständnis. Die Begründung des Entscheidungsgremiums, dem Vertreter verschiedener Sportverbände aus dem Kreis angehören, kann nicht nachvollzogen werden. Der Förderantrag ist also auf Kreisebene abgelehnt worden und wird somit gar nicht der Staatskanzlei Düsseldorf zu Entscheidung vorgelegt. Zudem soll lt. Auskunft des KSB die eigenen Bemühungen um eine Klärung bei der Staatskanzlei „nicht förderlich“ gewesen sein. Was immer das auch heißen mag.
Der neue Verein, wie auch der Ursprungsverein VfB 20 Beverungen, gehört auch dem KSB Höxter und FLVW (Fußball- und Leichtathletik Verband Westfalen) an. Damit erfüllt der Verein eine Bedingung in den NRW-Förderrichtlinien, zumal eine Förderung durch die Landesregierung Niedersachsens an der fehlenden Mitgliedschaft in einem Kreissportbund in Niedersachsen scheitern würde. Hieraus stellt sich somit die Frage, ob die Vereinsmitglieder mit Wohnsitz in Niedersachsen vom KSB Höxter überhaupt vertreten werden und auch weiterhin Beiträge an den KSB Höxter zu zahlen sind.
So wird der über die Weser und Landesgrenze bestehende Verein - was wohl in Deutschland einmalig sein dürfte – für sein grenzenloses Engagement bestraft. Der KSB Höxter baut mit seiner Begründung leider Grenzen auf, die politisch zwar bestehen, aber im Zusammenleben der Bürger von Beverungen und Lauenförde faktisch ohne Bedeutung sind. Nicht von ungefähr hat sich der FC Blau-Weiß Weser den Slogan „grenzenlose Leidenschaft“ gegeben.

Die 2. beantragte Maßnahme des FC ist vom Entscheidungsgremium positiv entschieden worden. Für die Erweiterung/Umstellung der Flutlichtanlage des Kleinspielfeldes (Trainingsplatz) im Beverstadion wurden 28.000 EURO Förderung in Aussicht gestellt. Unter Berücksichtigung von Eigenleistungen in Höhe von 8.000 EURO kann der Verein die bisher aus 2 einseitig angebrachten Halogenstrahlern bestehende Anlage um 2 weitere Masten auf der Gegenseite ergänzen und insgesamt auf LED-Technik umstellen. Auch die Stadt Beverungen beteiligt sich dankenswerter Weise mit 4.441 Euro an dieser Maßnahme.
Nach Bekanntwerden der Antragsliste anlässlich der Sitzung des Rates der Stadt Beverungen hat sich die Enttäuschung noch verstärkt. Der FC BW hat bei seinen Anträgen aus Solidarität gegenüber anderen Antragstellern „mit spitzem Bleistift“ agiert und ist weit von einer Vollkaskomentalität entfernt. Es sind bei beiden Maßnahmen Eigenleistungen „mit Muskelkraft und Unterstützungen durch Gerätestellungen durch Gönner des Vereins“ berücksichtigt. Auch derzeit, wo der Spielbetrieb eingestellt ist, schläft der Verein nicht. Mit Muskelkraft und eigenen finanziellen Mitteln werden z. Zt. Renovierungsarbeiten in der kleinen Hausmeisterwohnung im Sportheim Lauenförde durchgeführt. Ferner werden im Beverstadion in gleicher Weise Arbeiten am Brunnen zur Bewässerung des Rasens im Beverstadion durchgeführt. Die Unterstützung durch die Fa. Westfalen-Weser-Energie ist auch in diesem Fall eine wesentliche Unterstützung gewesen. Zudem kann der Verein immer auf die Unterstützung durch seinen Sponsor Fa. Rauscher (Dachdecker/Mietlifte - Beverungen/Lauenförde) bauen.