Streckensegelflug ab Hümme

Über 1.000 Kilometer ohne Motor

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V.l.: Tamino Kölbel mit Johannes Bick, der über 1.000 Kilometer am Stück mit einem Segelflugzeug zurücklegte.

© Foto: cp

Hümme (hak) - Segelflüge über 1.000 Kilometer Flugstrecke sind der Traum eines jeden Segelfliegers. Diesen Traum konnte sich jetzt Johannes Bick vom Luftsportverein Hofgeismar erfüllen. In einer Gesamtflugzeit von etwa neuneinhalb Stunden flog Bick mit seiner ASG 29 eine Strecke von insgesamt 1.050 Kilometern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 112 km/h.
Gestartet war der erfahrene Pilot, der seit über 40 Jahren Segelflugzeuge fliegt, am 12. Juli gegen 10.30 Uhr - eigentlich schon viel zu spät für die große Strecke, die er sich vorgenommen hatte. Vom Segelfluggelände Dingel bei Hümme ging es zum ersten Wendepunkt nach Dillingen/Saar in der Nähe der französischen Grenze - etwa 300 Kilometer, für die er knapp drei Stunden benötigte. Gegen Mittag überquerte er dabei an der Loreley den Rhein. Nach dem ersten Wendepunkt in Dillingen ging es etwa 380 Kilometer in Richtung Osten zur zweiten Wende bei Ahornberg im südlichen Fichtelgebirge. Dieser Schenkel war geprägt von der Beachtung der vom Rhein-Main Flughafen Frankfurt beanspruchten Lufträume und schwierigen Aufwindverhältnissen im Odenwald, bevor es dann ab Würzburg wieder „gut lief“, so Johannes Bick, und er nach etwa 3,25 Stunden die Wende im Fichtelgebirge erreichte.
Nach der Wende im Fichtelgebirge flog Bick dann in Richtung Nordwesten zu seiner dritten Wende am Flugplatz „Ithwiesen“ östlich der Rattenfängerstadt Hameln - insgesamt circa 315 Kilometer, für die weitere drei Stunden vergingen, wobei die Strecke von der Wende nahe des Fichtelbergs bis nach Suhl auf Grund einer hohen, abschirmenden Bewölkung sehr anspruchsvoll war. Ab etwa Bad Hersfeld konnte Bick dann an einer Wolkenaufreihung sehr gleichmäßige Aufwinde nutzen und erreichte seine dritte Wende am Ith gegen 19.30 Uhr.
Den Heimweg von etwa 55 Kilometern bis zur Dingel konnte er dann aus einer Höhe von etwa 1.500 Metern über Meeresspiegel entspannt „abgleiten“. Nach insgesamt neuneinhalb Stunden landete Johannes Bick erschöpft, aber zufrieden gegen 20 Uhr auf der Dingel, wo er von seinen Fliegerkameraden in Empfang genommen wurde.
Der entscheidende Schlüssel zu diesem tollen Erfolg war, dass Bick die recht späte Startzeit durch den schnellen Flug unter optimalen Aufwindverhältnissen bis zum ersten Wendepunkt im Saarland kompensieren konnte, sowie die Wolkenaufreihung mit ihren konstanten Aufwinden auf dem dritten Schenkel zwischen Bad Hersfeld und dem Ith. Die besondere Herausforderung bei einem solch großen Streckenflug sei, über die gesamte Flugzeit die erforderliche Konzentration aufrecht zu erhalten, so Johannes Bick.
Aber nicht nur über den Ausnahmeflug von Johannes Bick freuten sich die Hofgeismarer Segelflieger an diesem Ausnahmetag. Frederic Backhaus flog mit einer LS8 (15 Meter Spannweite) eine Strecke von 935 Kilometern. Außerdem schafften Kai Ludolph und Benjamin Raßbach mit der doppelsitzigen ASG 32 (20 Meter Spannweite) des LSV Hofgeismar eine Strecke von 810 Kilometern. Alle drei Flüge zählen für die Wertung in der zweiten Bundesliga der Segelflieger und brachten dem LSV Hofgeismar den 2. Platz in der Gesamtwertung.

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