Uslar - Die Agenda 21 Arbeitsgruppe „ Intelligente Energienutzung" präsentiert in der Eingangshalle des Verwaltungsgebäudes der Stadt Uslar vom 24. Januar bis 11. Februar 2011 die Ausstellung „Stadt Uslar eine Starke Energieregion in Niedersachsen". In der Ausstellung sind großformatige Dokumenten über die aktuellen Erfassungsdaten der regenerativen elektrischen Energieerzeugung in der Region Uslar und Fotos besonderer Anlagen zu sehen.
Die Region Uslar ist zur Zeit ein relativ schwacher Wirtschaftsstandort in Niedersachen, aber ... in Sachen alternativer / regenerativer elektrischer Energieerzeugung ein Spitzenplatz in Niedersachsen.
Die Auswertung der Erfassung der regenerativen Energien ergibt folgendes Bild für 2009:
Mit 195 Photovoltaikanlagen, vier Windräder, sechs Blockheizkraftwerke, 12 Wasserturbinen und
zwei Biogasanlagen wurden ca. 7,1 Mill. KWh regenerativer Strom erzeugt. Dieses sind ca. 3 Mill. KWh weniger als 2008, da das Holzheizkraftwerk (ehem. Ilse) 2009 ausgefallen ist und somit ca. 3 Mill. KWh in der Statistik fehlen, die 11 Wasserturbinen mangels Wasser teilweise abgeschaltet wurden und die Windräder auf dem Sömmerling mangels Wind ca. 10% weniger eingespeist haben. Trotzdem deckt die regenerativ erzeugt Strommenge den Bedarf von ca. 2300 privaten Haushaltungen in Uslar ab.
Positiv hat sich die Installation von Photovoltaikanlagen entwickelt, von 150 Anlagen mit installierten 998 KWp in 2008 auf 195 Anlagen mit 1826 KWp in 2009.
Ab 2010 zeichnet sich eine besonders positive Entwicklung in der Region ab. Nach ersten Auswertungen werden sich die Photovoltaikanlagen auf ca. 250 erhöhen und die Installierte Leistung auf ca.2800 KWp. Erzeugt werden könnten damit ca. 2,4 Mill. KWh. Der Bau der Biogasanlage in Sohlingen, lässt eine Einspeisung von ca. 1,5 Mill. KWh/ Jahr erwarten. Das 2010 in der Schormannschen Mühle installierte Wasserrad soll ca. 45.000 KWh Einspeisung.
Das Bioenergiedorf Verliehausen mit seiner Biogasanlage wird in 2011 ca. 4,3 Mill. KWh regenerativen Strom einspeisen. In Sohlingen ist eine weitere Biogasanlage im Bau und wird ca. 2 Mill. KWh einspeisen.
Aufgrund dieser positive Entwicklung bei der regenerativen Stromerzeugung erwarten wir 2011 eine gesamte Einspeisung von ca. 16 Mill. KWh. Das bedeutet, dass theoretisch der Jahresstromverbrauch von 5000 Haushalte mit einem Verbrauch von 3200 KWh/a versorgt werden könnten. Das bedeutet auch, dass bei 15.000 Einwohnern in der Stadt Uslar, rein rechnerisch, der Bedarf von ca. 80% der Haushalte gedeckt werden könnte.
Die Bruttoeinnahmen aus den Einspeisevergütungen für den regenerativen Strom würden sich bei der vorgenannten Prognose auf ca. 2,4 Mill. € belaufen.
Besondere Bedeutung haben die Biogasanlagen, die sowohl Strom als auch Heizwärme erzeugen.
So werden ca. 110 Häuser mit Abwärme aus den Anlagen versorgt und sind nicht z.B auf Öl und Gas angewiesen. Außerdem sind die thermischen Solaranlagen mit ca. 2900 m² und einer Wärmeleistung von ca. 1,9 Mill. KWh an der Einsparung von Öl, Gas und Strom an der Warmwasserversorgung erheblich beteiligt.
Uslar hat sich zu einer Energieregion entwickelt. Die Einnahmen aus der Erzeugung von regenerativer Energien, sind ein nicht zu unterschätzendes Glied der Wertschöpfungskette in der Region.