Das Bildungs- und Teilhabepaket in der Praxis

Chancen – Hindernisse – Perspektiven

Uslar (usj) - Das Forum Kinderarmut hatte zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Das Bildungs- und Teilhabepaket in der Praxis" eingeladen. Es wurde der Frage nachgegangen, welche Chancen, Hindernisse und Perspektiven sich aus dem Bildungs- und Teilhabepaket ergeben.

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Großes Interesse fand die Info-Veranstaltung zum Bildungs- und Teilhabepaket in Uslar.

© privat

Das Forum Kinderarmut hat in Kooperation mit dem Jobcenter Landkreis Northeim einen Beitrag geleistet, das das Thema vor Ort näher ins Bewusstsein rückt. Mitglieder des Forums Kinderarmut haben auf Schwierigkeiten aufmerksam gemacht, die Anspruchsberechtigte und beteiligte Institutionen mit dem Bildungspaket haben. Es wurde deutlich, dass es viele bürokratische Hürden zu überwinden gibt.

Die sechs Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets werden größtenteils nicht durch Geld, sondern in Form von Gutscheinen vergeben. Der Gesetzgeber will mit dem Gutscheinsystem sicherstellen, dass das Geld bei den Kindern ankommt. Die Bundestagsabgeordnete der SPD, Frau Lösekrug-Möller, betonte, dass man Eltern, nur weil sie bedürftig seien, nicht unterstellen dürfe, dass sie nicht erziehungsfähig seien. Das Gutscheinverfahren verursache sehr hohe Verwaltungskosten. Der stellvertretende Schulleiter der Sollingschule Uslar, Herr Ellermeyer, schilderte eindrücklich, welch hoher Verwaltungsaufwand mit der Abrechnung des Mittagessens über das Bildungs- und Teilhabepaket verbunden ist. Dies rief Betroffenheit und Kopfschütteln im Saal hervor. Frau Lösekrug-Möller nannte beispielhaft das Land Hamburg. Dort ist die Abwicklung des Mittagessens für alle Beteiligten vereinfacht worden. Dieses Modell gilt als gelungenes Praxisbeispiel. Es setzt aber eine landespolitische Entscheidung voraus.

Im Landkreis Northeim können ca. 3837 Kinder und Jugendliche das Bildungspaket beim Jobcenter beantragen. Im Jobcenter sind drei Mitarbeiter ausschließlich für das Bildungs- und Teilhabepaket zuständig. Durch die Zentralisierung können Anträge effizienter bearbeitet werden. Bisher wurden 2934 Anträge für 1425 Kinder und Jugendliche bearbeitet. Der Vertreter des Jobcenters, Herr Strutzberg, schilderte Bemühungen, die gesetzlichen Vorgaben gewinnbringend umzusetzen. Dabei sei das Jobcenter offen für Anregungen und Zusammenarbeit mit örtlichen Akteuren.

Frau Lösekrug-Möller wies auf zwei fundamentale Aspekte hin, die in der Praxis berücksichtigt werden müssen. Zum einen solle das Bildungspaket mit so wenig Verwaltungsaufwand wie möglich rechtlich ordentlich abgewickelt werden. Zum anderen muss gewährleistet sein, dass das Bildungs- und Teilhabepaket alle Anspruchsberechtigen erreicht.

Das Forum Kinderarmut betrachtet die Informationsveranstaltung als ersten Schritt, um an dem Abbau von Hindernisse und Hemmschwellen mitzuwirken.

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