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Familienbetrieb Kübler schließ nach 122 Jahren

Das Ende einer Ära

Von Barbara Siebrecht
Beverungen – Mit einem lachendem und einem weinenden Auge stehen Ferdinand und Ilona Kübler in diesen Tagen in ihrem Geschäft „Kübler an der Kirche“. Mit der Schließung ihres Schreibwarengeschäfts geht eine Familientradition zu Ende.

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Ilona und Ferdinand Kübler treten ihren Ruhestand an und schließen ihr Geschäft „Kübler an der Kirche“.

© Foto: Siebrecht

Ferdinand Kübler ist Buchbindermeister in dritter Generation. Sein Großvater Heinrich Wagenknecht hatte das Geschäft 1898 in der Lange Straße eröffnet. Der Laden zog bald um an den Kellerplatz und 1908 an den heutigen Standort im Schatten der katholischen Kirche. Wagenknechts Schwiegersohn, ein Buchbindemeister namens Ferdinand Kübler aus Wessobrunn in Oberbayern, übernahm das Geschäft nach dem 2. Weltkrieg 1949 und übergab es 1978 an seinen Sohn Ferdinand Kübler jun. Die Anfänge waren bescheiden. Hinter dem schmalen Schlauch des Ladens war die Werkstatt, die nur mit einem Vorhang abgetrennt war. Die Druckerei befand sich zunächst in den Garagen auf dem Hof. Sohn Ferdinand erweiterte den Laden mehrfach auf heute 110 Quadratmeter Verkaufsfläche und lagerte 1990 die Werkstatt mit Druckerei und Galerie in den Neubau im Industriegebiet aus. Ilona Kübler heiratet mit Ferdinand auch den Betrieb. Es war damals selbstverständlich, dass die gelernte Chemielaborantin ihren Beruf aufgab und sich als Fachverkäuferin in den Warenbestand von mehr als 23.000 Artikeln einarbeitete. Sie stand 48 Jahre hinter der Ladentheke. Sohn Sebastian Kübler, der den Beruf des Printmediengestalter-Meister erlernte, führt heute im Industriegebiet die Familientradition zeitgemäß mit der Firma „kübler media“ mit Drucksache aller Art und Dienstleistungen rund um Werbung und Internetauftritt fort.
Stolz sind die Küblers darauf, dass sie nie einem Mitarbeiter kündigen mussten. Im Betrieb wurden auch Lehrlinge ausgebildet und alle Mitarbeiter blieben viele Jahre ihrem Arbeitgeber treu. Als Anzeigenannahmestelle für die Beverunger Rundschau durchlebte Ilona Kübler mit ihren Kunden freudige und traurige Ereignisse wie die Geburt eines Kindes oder einen Todesfall und stand ihnen einfühlsam beratend zur Seite.
Überwältigt sind die Küblers von der Herzlichkeit, die ihnen von den Kunden in der Zeit des Räumungsverkaufs entgegengebracht wurde. Sosehr sie dem Ehepaar Kübler ihren verdienten Ruhestand auch gönnen, die Beverunger werden ihr Fachgeschäft für Schreibwaren mit den emsigen und stets freundlichen Mitarbeitern und der breiten Warenpalette vom der Kuli-Miene bis zur Kommunionkerze vermissen. Die Anzeigenannahme für die Beverunger Rundschau wird von der „Lesbar“ fortgeführt werden.

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