Wirtschaftliche Stabilit├Ąt auf hohem Niveau

Hessische Handwerker blicken zuversichtlich auf 2015

(hak) - Das hessische Handwerk schaut auf ein gut verlaufenes Geschäftsjahr 2014 zurück und erwartet auch für das Jahr 2015 gute Geschäfte. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Konjunkturbericht des Hessischen Handwerkstages (HHT).

Bild anzeigen

.

© .

Laut HHT-Präsident Bernd Ehinger sei diese gute Stimmung in den Handwerksbetrieben bereits zum vierten Jahr in Folge zu beobachten. „Für das Jahr 2015 erwarten unsere Betriebe zwar keine bemerkenswerten Zuwächse oder Negativtrends, sondern eine andauernde Stabilität auf hohem Niveau“, so der Handwerkspräsident.

 

Private Verbraucher investieren in „Betongold“

Der meist regional und für private Endverbraucher tätige Handwerksbetrieb erlebe aktuell ein günstiges Umfeld. Die inländische Nachfrage bleibe auf hohem Niveau, geringe Arbeitslosigkeit, gestiegenes Einkommen der Verbraucher sowie anhaltend günstige Kreditkonditionen für Baumaßnahmen oder andere Investitionen würden gute Rahmenbedingungen bieten. Die hohe Nachfrage nach energetischer Gebäudesanierung und der ungebrochene Trend zu „Betongold“ laste insbesondere die Ausbauhandwerke gut aus.
“Flankiert durch mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen wird es dem Handwerk gelingen, auch im Jahr 2015 seine positive wirtschaftliche Entwicklung fortzusetzen und damit einen Beitrag zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort Hessen zu leisten“, sagte Ehinger, der ein Umsatzzuwachs von 1,5 Prozent im hessischen Handwerk für realistisch hält.

Mangel an qualifizierten Fachkräften

Ehinger erwartet nach dem leicht positiv verlaufenen Jahr 2014 für dieses Jahr mindestens Beschäftigtenstabilität auf dem derzeitigen Niveau von etwa 339.000 Mitarbeitern: „Sogar ein geringer Zuwachs ist möglich, wenn es gelingt, den zunehmenden Fachkräftebedarf auf einem enger werdenden Arbeitsmarkt zu decken.“
HHT-Geschäftsführer Harald Brandes betonte, dass selbst ausgebildeter Nachwuchs die Fachkräfte von morgen seien. Die 10.283 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im hessischen Handwerk seien ein Beleg für das nach wie vor hohe Ausbildungsengagement der heimischen Handwerksbetriebe. Im hessischen Handwerk gebe es keinen Lehrstellen-, sondern einen Bewerbermangel. Hierfür sei auch ein zunehmender „Akademisierungswahn“ verantwortlich. Das Handwerk brauche Schulabsolventen mit guten Haupt- und Realschulabschlüssen, aber auch immer mehr Abiturienten, die sich nach dem Motto „Hobelbank statt Hörsaal“ für eine handwerkliche Ausbildung statt für ein Studium entscheiden. Auch biete das Handwerk Studienabbrechern einen zweiten Karrierestart.

„Ja zum Meister“

Mit großer Besorgnis sieht der HHT, dass seitens der Europäischen Kommission offenbar unter dem Deckmantel der Deregulierung versucht wird, die Pflichtmeisterprüfung zur Disposition zu stellen. HHT-Vizepräsident Hans-Werner Schech zufolge werde dadurch das heimischen Handwerk gefährdet: „Ohne Pflichtmeisterprüfung bricht das international anerkannte duale Ausbildungssystem zusammen, weil dann ausreichend Meister als Ausbilder fehlen.“ Der HHT werde sich weiterhin mit hohem Engagement für den Erhalt der Plfichtmeisterprüfung in Deutschland einsetzen und auf europäischer Ebene eine Initiative zur Einführung einer Meisterqualifikation fordern.

Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Das hessische Handwerk begrüßt die geplante steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung als längst überfälligen Schritt zur Umsetzung der Energiewende. Sorge bereitet dem HHT allerdings, dass offenbar die steuerliche Sanierungsförderung und der Steuerbonus für Handwerkerleistungen gegeneinander ausgespielt werden sollen. „Wer die energetische Gebäudesanierung will, darf nicht zwecks Finanzierung den Steuerbonus für Handwerkerleistungen, der erst 2009 zur Bekämpfung der Schwarzarbeit erfolgreich eingeführt worden ist, streichen, kürzen – oder wegnehmen“, sagte Handwerkspräsident Ehinger.