Schmalkalden/Meiningen (IHK/fh) - Jüngst hat die Dresdner Niederlassung des ifo-Instituts eine Studie zu regionalen Lohnunterschieden in Deutschland veröffentlicht. Danach belegen die ostdeutschen Landkreise und kreisfreien Städte durchweg die hinteren Plätze.
Nach Berechnungen der IHK Südthüringen konnte im Jahr 2010 ein Südthüringer Industriebetrieb mit mindestens 20 Beschäftigten einen Umsatz je Mitarbeiter in Höhe von 179.721 Euro erzielen. Zum gleichen Zeitpunkt lag der Umsatz je Mitarbeiter in Westdeutschland bei 281.778 Euro. Dieser gewaltige Unterschied zeigt sich auch gesamtwirtschaftlich. Derzeit besteht beim preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ein Abstand von 10.500 Euro zwischen Südthüringen und Westdeutschland.
„Unternehmen, die Endprodukte auf den nationalen und internationalen Märkten platzieren können, realisieren immer größere Umsätze je Mitarbeiter als reine Zuliefererbetriebe. Wir haben viele Nischenanbieter und bedeutende Anbieter industrieller Vorleistungen. Um eine höhere Produktivität und damit bessere Einkommen zu realisieren, müssen unsere Unternehmen aber in der Wertschöpfungskette nach vorne gelangen. Dafür ist wirtschaftspolitische Unterstützung erforderlich und zwar in der Fläche und nicht konzentriert auf einzelne Leuchtturmregionen oder –Branchen“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.
Thüringen benötigt aus Sicht der IHK Südthüringen eine branchenunabhängige Förderpolitik, die sich an der Steigerung der Produktivität der Unternehmen orientiert. Auf diese Weise wird ein monetärer Anreiz für die Unternehmen geschaffen, eigene Anstrengungen zum Aufstieg in der Wertschöpfungskette zu entfalten.