Länderübergeifendes Hilfsprojekt ins Leben gerufen

Rettet die Marubo und gleichzeitig ein besonderes Stück Natur

Thüringen (sho) - „Rettet die Marubo und Ihr rettet ein besonderes Stück Natur“. Das Kinderhilfswerk Ourchild e.V. hat sich eines gewichtigen Hilfsprojektes angenommen. Dabei soll einem vom Aussterben bedrohten Volk im Amazonasgebiet Brasiliens geholfen und zugleich ein wunderbares Stück Regenwald, so groß wie Portugal, geschützt werden.

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Gemeinsam für die Marubo: v.r.n.l. Thomas Böhm (Leiter Wirtschaftsamt Burgenandkreis), Andre Schäfer (Leiter Nachhaltigkeitszentrum Thüringen), Marion Schneider (Vorstandsvorsitzende Ourchild e.V.) und Frank Blumstengel (Schulleiter Toskana Regelschule Bad Sulza) haben Ideen zur Unterstützung der Marubo gesammelt.

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Die Marubo sind ein indigenes Volk mit etwa 2.000 Angehörigen, die derzeit 13 Dörfer im Javari Tal entlang der Flussläufe Itui und Curuca bewohnen. Das von ihnen demarkierte Gebiet ist die weltweit größte Region mit noch unkontaktierten Völkern. Mehr als 50 Prozent der Marubo sind durch den Kontakt mit der westlichen Kultur mit Hepatitis B infiziert. Diese und andere virale Hebatits-Erkrankungen führen oft zum Tod, da das Immunsystem indigener Menschen nie Abwehrkräfte dagegen entwickeln konnte. Die Bedrohung der Marubo wird zur Bedrohung jedes Einzelnen, denn mit ihrem Sterben geht auch der Schutz für den Wald verloren: Abholzung und Umweltzerstörung sind die Folgen.

Hilfsprojekt des Kinderhilfswerkes Ourchild e.V.

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Um den Marubo zu helfen, sollen zunächst knapp 50.000 Euro für ein Bildungsprojekt gesammelt werden. Spenden und andere kreative Ideen zur Unterstützung bitte melden an Simone Planert, Kinderhilfswerk Ourchild e.V., Rudolf-Gröschner-Str. 11, Bad Sulza, E-Mail: info@ourchild.de, Tel. 036461-92839, Fax 036461-92895. Spendenkonto „Rettet die Marubo“ bei der Sparkasse Mittelthüringen, Kto.Nr. 535 555 555. Geplant ist, einen zentralen Ausbildungsort zu schaffen, an dem ausgewählte Schüler zur Hochschulreife geführt werden. Gleichzeitig werden sie während der Schulferien in Schamanismus und der Kultur der Marubo unterrichtet, um diese am Leben zu erhalten. Ourchild lässt das Internat bauen, die brasilianische Regierung finanziert die Lehrer und Schulmaterialien.

Beginn des Hilfsprojektes war ein Besuch zweier Vertreter der Marubo im Jahr 2011 in Auerstedt, Weimar und Bad Sulza, der von der Musikhochschule Franz Liszt Weimar und Ourchild initiiert wurde. Die Gäste vermittelten Einblicke in ihre Kultur, Musik, schamanische Heilweisen und baten gleichzeitig um Hilfe für ihr Volk. Insgesamt wurden drei Projekte zur Unterstützung erarbeitet. Es soll eine grundlegende medizinische Versorgung und Prävention in der Region des Javari etabliert (Gesundheitsprojekt), eine Schule mit Internat für die 13 Marubo-Dörfer erbaut (Bildungsprojekt) und die Kultur der Marubo nach Deutschland gebracht werden (Kulturprojekt). Schirmherren des Projekts sind Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sowie die Landräte des Weimarer Landes Hans-Helmut Münchberg und des Burgenlandkreises Harri Reiche.

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Die Marubo sind ein vom Aussterben bedrohtes Volk im Amazonasgebiet Brasiliens.

© Foto: privat

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