Erfurt (dp) – Das ist Energiewende in der Praxis. Auf der neu gebauten Riethsporthalle im Erfurter Norden sorgt seit Anfang April eine Solaranlage für Strom.
Dachbesichtigung auf der Riethsporthalle: Hagen Ackermann, Andreas Bausewein und Udo Schappert, Abteilungsleiter Projektentwicklung bei „juwi“.
© Foto: dpNach vier Wochen Bauzeit wurde sie fertig gestellt und wird nun vom Erfurter Sportbetrieb genutzt. Zur Übergabe kam auch Oberbürgermeister Andreas Bausewein. „Die Stadt unterstützt die Wende zu einer nachhaltigen und grünen Energieversorgung“, sagte er. „Die Halle kann nun auf zweierlei Arten genutzt werden: Für solare und sportliche Höchstleistungen.“ Immerhin will die Stadt bis zum Jahr 2020 zu zehn Prozent den Solarstrom nutzen. Zwei Prozent hat sie dabei schon geschafft. Die neue Solaranlage ist über 2000 Quadratmetern groß, hat eine Gesamtleistung von 120 Kilowatt und sorgt dafür, dass fast 105 000 Kilowattstunden sauberer Strom jährlich in das Netz der Stadtwerke eingespeist werden.
Zum Vergleich: Damit kann man rund 26 Vier-Personen-Haushalte mit grünem Strom versorgen und reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid um über 70 Tonnen. Verwendet wurden 513 Module. Gebaut wurde die Anlage von der „juwi Holding AG“, einer der führenden Firmen auf diesem Gebiet, die schon jede Menge dieser Anlagen weltweit installiert hat. „juwi“-Projektmanager Hagen Ackermann erklärte: „Allein im Monat Mai 2012 haben die Solaranlagen im Lande an sonnigen Tagen eine Leistung von 20 000 Megawatt ins Netzt eingespeist. Das ersetzt rund 40 klimaschädliche Steinkohlekraftwerke.“ Bei der Besichtigung und offiziellen Übergabe war Erfurts OB nicht zu bremsen: Gemeinsam mit den Managern der Firma kletterte Andreas Bausewein eine halsbrecherische Leiter hinauf und stieg höchstpersönlich auf das Dach. Da kann man eigentlich nur hoffen, dass das nächste Solardach, das eingeweiht wird, nicht auf einem Hochhaus ist.
Solaranlage liefert Strom für die neue Riethsporthalle
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