Auto-Reporter.NET (Wolfram Riedel) - Zwei Jahrzehnte lang kreiste der Simson-Kleinroller Schwalbe, dereinst geboren im VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk Suhl, nach dem Ende der DDR zwar immer weiter in Bodennähe, eine jähe Bruchlandung aber schien sie vermeiden zu können.
Der neue Escooter von efw Suhl, wie er als Stromer in Produktion gehen soll. Produktionsstart für den 3,4 PS leistenden Simson-Kleinroller Schwalbe -Typenbezeichnung KR 51 - war 1964. Er löste den einsitzigen KR 50 ab und kostete 1.255 DDR-Mark.
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Das verdankte der Vogel kaum seinem Aussehen, wohl aber seinem motorischen Temperament, das Artgenossen seinesgleichen westlicher Prägung deutlich in den Schatten stellt. Wo gibt's denn so was, dass ein Kleinroller, unzutreffender weise von Nichtkennern häufig als „Moped" tituliert, locker eine Geschwindigkeit von 60 km/h und mehr erreicht und dass ihm solches Tempo auch noch erlaubt ist! Mit amtlichem Brief und Siegel. Die überraschend hohe Lebenserwartung dieses Vogels, dessen letzte Exemplare 1992 ausgebrütet wurden, hat nun einen Investor auf eine Idee gebracht: Der Simson-Schwalbe soll ein zweites Leben geschenkt werden, als Elektro-Roller. Dazu Geld in die Hand nehmen will jemand aus Schwaben. Der vermeintliche Schwalbe-Kult, der, genau genommen, einen realen Hintergrund hat (siehe Tempo-Fitness), soll gewissermaßen unter Strom gesetzt werden, um den Fortbestand dieser Vogelart zu sichern. Das kann, muss aber durchaus nicht gutgehen. Schließlich hat eine neue „elektrische" Simson-Schwalbe, die dem Vernehmen nach „spätestens ab Juni 2011" im thüringischen Suhl in drei Ausführungen gebaut werden soll (für Tempo 25, 45 und 80 km/h), mit dem Original, das ein schier unverwüstlicher kleiner Zweitaktmotor ganz wesentlich prägte, nichts mehr gemein. Abzuwarten also bleibt, ob das spontan anliegende volle Drehmoment eines Elektromotors den nicht unsympathischen Sound eines fleißigen kleinen Zweitakters wettmachen kann. Manchmal ist es bekanntlich der Ton, der die Musik macht.
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