(djd/pt). Mit dem nahenden Herbst werden die Sorgenfalten bei vielen Eigenheimbesitzern immer tiefer: Wie streng und kalt wird der kommende Winter? Wie sehr werden die Preise für Öl und Gas steigen? Zwei besonders lange Heizperioden in Folge haben in viele Haushaltskassen ein tiefes Loch gerissen. Zudem möchten immer mehr Bundesbürger einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten und denken über den Umstieg auf umweltfreundliche, regenerative Heizsysteme nach. Die persönliche Energiewende lässt sich auf verschiedenste Art einläuten: Ob Solaranlage, Wärmepumpe oder Pelletheizung, diese Energiequellen stehen - anders als die fossilen Brennstoffe - unerschöpflich zur Verfügung. Für welches System man sich entscheidet, sollte von Faktoren wie dem Alter, der Größe und dem baulichen Zustand des eigenen Hauses abhängig gemacht werden.
Immer mehr Hausbesitzer lassen die Sonne für sich arbeiten und reduzieren somit die eigenen Heizkosten.
© Foto: djd/Bundesverband SolarwirtschaftAuf jeden Fall empfiehlt sich eine individuelle Beratung durch den Fachmann. Energieberater oder Handwerker können auch über die aktuell verfügbaren Fördermöglichkeiten informieren und somit beim Umstieg auf das umweltfreundliche Heizen so manchen Euro sparen. Besonders die Sonnenenergie wird staatlich weiter gefördert. "Wer klug vorsorgen will, sollte auf solares Heizen setzen", rät Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e. V. Wer noch die volle Förderung erhalten möchte, sollte sich allerdings schnell entscheiden: Ab 2012 sinken die Zuschüsse. Das kann schnell einige Hundert Euro ausmachen: Für ein normales Einfamilienhaus gibt es vom Staat eine Förderung von ungefähr 1.800 Euro, ab 2012 wird die gleiche Anlage mit nur noch 1.400 Euro unterstützt. Im Rahmen der "Basisförderung" gibt es pro Quadratmeter Solarkollektorfläche 120 Euro, ab 2012 nur noch 90 Euro. Und der Kesseltauschbonus für den Ersatz des alten Kessels und die Anschaffung einer Brennwerttherme mit Solarunterstützung beträgt aktuell 600 Euro, ab 2012 lediglich 500 Euro.
Wer nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch die eigenen Kosten senken möchte, ist aktuell mit einer Holzpelletheizung gut bedient. Der Brennstoff aus den Wäldern wird rund 40 Prozent günstiger als Öl angeboten - und für die nächsten Jahre erwarten Experten, dass dieser Vorsprung weiter wachsen wird. Auch die Heizungsanlagen sind inzwischen erschwinglich geworden: Um Haus und Brauchwasser alternativ mit Pellets zu erwärmen, müssen Hausbesitzer bei Herstellern wie beispielsweise Kago nur knapp 10.000 Euro investieren, weitaus weniger, als man für eine herkömmliche Heizung kalkulieren muss. Zudem beteiligt sich der Staat wiederum an der Investition, denn der Pelletkessel "Pellmax UB" mit Pufferspeicher etwa steht auf der Liste der förderfähigen Biomasseheizungen und wird mit 2.500 Euro bezuschusst.
Wer beim Pelletkauf auf Nummer sicher gehen will, sollte auf das neue ENplus-Qualitätssiegel achten: Produkte, die das Zeichen tragen, sind demnach von einwandfreier, kontrollierter Qualität. Das aufwendige Zertifizierungsverfahren geht sogar über die derzeit gültigen Standards der EU-Norm hinaus. Der Verbraucher kann sich damit auf umweltfreundliche Brennmaterialien einwandfreier Qualität verlassen - und das nahezu flächendeckend. "Damit haben qualifizierte Pellethändler nun die Möglichkeit, ihre Kompetenz mit dem ENplus-Logo darzustellen. Dabei macht die Zertifizierung den Brennstoff für den Verbraucher nicht teurer", sagt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Pelletinstituts.
In Zeiten der Energiewende wird auch der traditionelle Kaminofen als umweltfreundliche Alternative wiederentdeckt. "Im waldreichen Deutschland wächst Brennholz stets in ausreichender Menge nach, zudem sind die Preise stabiler als bei Öl und Gas. Dadurch lassen sich über eine gesamte Heizsaison nennenswerte Beträge einsparen", sagt Kaminexperte Stefan Selbach vom heimischen Ofenhersteller GKT. Bei der Verbrennung wird lediglich so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie das Holz zuvor während des Wachstums gespeichert hat - das Resultat ist eine ausgeglichene Emissionsbilanz.
Doch nicht nur mit Scheitholz oder Pellets lässt sich umweltfreundlich heizen: In der Land- und Forstwirtschaft entstehen viele weitere Pflanzenreste, die sich für den Betrieb der Heizung und die Erzeugung von warmem Wasser nutzen lassen. Allerdings können nur speziell dafür ausgelegte Brenner neben Pellets auch andere pflanzliche Nebenprodukte "verdauen". Als echte Multitalente erweisen sich beispielsweise die Anlagen des Biomasse-Spezialisten Biokompakt. Neben Pellets können sie auch Hackschnitzel und eine Reihe weiterer pflanzlicher Stoffe thermisch verwerten. Dazu zählen etwa Heu aus der Landschaftspflege, gepresste Getreidereste, Pressrückstände von Raps oder sogar Kirschkerne.
Wie einfach sich der Umstieg auch im Altbau gestalten lässt, zeigt das Beispiel der Familie Wienker aus Coesfeld: Nach über 30 Jahren sind sie von der Ölheizung auf eine Luft/Wasser-Wärmepumpe umgestiegen. "Zuvor haben wir rund 7.000 Liter Heizöl pro Jahr verbraucht. Mit der Wärmepumpe können wir jetzt heizen und unser Warmwasser aufbereiten. Damit sparen wir zwei Drittel der Heizkosten ein", erklärt Heinrich Wienker. Sein 1971 erbautes Haus mit rund 240 Quadratmetern Wohnfläche wird nun mit einer 16-Kilowatt-Wärmepumpe von Daikin versorgt. Die Wärmepumpe benötigt zur Erzeugung von 100 Prozent Wärme nur ein Drittel an Strom als Energieträger. Zwei Drittel der Energie kommen aus der in der Außenluft enthaltenen Wärme, die die Wärmepumpe in Heizungswärme umwandelt.
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