Gesundes Zahnfleisch und ausreichend Knochenmaterial sind wichtig

Den Kiefer fit machen fürs Implantat

(dbp/nas) - Zahnersatz, der nicht nur täuschend echt aussieht, sondern sich auch so weit wie möglich dem natürlichen Vorbild annähert: Diese Eigenschaften haben moderne Zahnimplantate.

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Der Einsatz eines Zahnimplantats will gut geplant sein. Vor allem muss die Kieferbeschaffenheit stimmen.

© Foto: S. Kacso/Fotolia

Künstliche Zahnwurzeln – entweder aus Titan oder seit Neuestem auch aus Zirkonoxid-Keramik – werden in den Kieferknochen implantiert und tragen alles von der Einzelkrone bis zur Vollprothese. Die Behandlung will aber gut vorbereitet sein.
„Wir sind in der Lage, für jeden wirklich hervorragenden Zahnersatz herzustellen“, sagt Zahntechnikermeister Thomas Lüttke, Vorsitzender des „Kuratoriums perfekter Zahnersatz“. Die Entscheidung, ob ein Implantat oder eine andere Variante infrage kommt, trifft der Zahnarzt in Absprache mit dem jeweiligen Patienten. Dessen Kieferbeschaffenheit und Gesundheitszustand spielen für diese Entscheidung ebenso eine Rolle wie individuelle Wünsche – und im Zweifel auch der Geldbeutel. Rund 1.000 Euro pro fehlendem Zahn kostet ein Implantat in einfachen Fällen und ohne den prothetischen Aufbau gerechnet.

Gute Vorbereitung ist wichtig

Zahnimplantate gelten als besonders haltbar und ästhetisch, ihr Einsatz bedeutet aber eine Operation. Die ist laut Professor Hendrik Terheyden von der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) nur unter Einschränkungen für Patienten geeignet, die wegen einer Tumorerkrankung bestrahlt oder mit Bisphosphonaten gegen Knochenschwund behandelt werden. Krankheiten wie Rheuma, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme stellen neben den üblichen Operationsrisiken zusätzliche Risikofaktoren dar, die im Vorfeld abgeklärt werden müssen.
Auch der tatsächliche Einsatz des Zahnimplantats muss gut vorbereitet werden. Damit es passgenau sitzt, werden zunächst Röntgenbilder vom Kiefer benötigt. Gegebenenfalls wird die sogenannte digitale Volumentomographie (DVT) eingesetzt: eine spezielle Röntgendiagnostik, die – ähnlich der Computertomographie – dreidimensionale Aufnahmen ermöglicht.

Entzündungen vorher ausheilen

Voraussetzung für den Einsatz ist ein ausgewachsener Kiefer mit ausreichender Grundsubstanz. Ist der Kiefer zu schmal oder zu niedrig, muss erst einmal Knochen aufgebaut werden, damit das Implantat einen guten Halt hat. Dazu wird von einer anderen Stelle des Kiefers Knochenmaterial entnommen (manchmal auch aus dem Becken), ein Ersatzstoff verwendet oder mit körpereigenen Zellen Knochen „nachgezüchtet“.
Bevor es losgeht, ist außerdem eine professionelle Mundhygiene nötig, sagt Professor Terheyden. Bestehen Zahnerkrankungen wie zum Beispiel eine Parodontitis (die Entzündung des Zahnbetts) müssen sie unbedingt vorher ausgeheilt sein, sonst gefährden sie das Einwachsen der künstlichen Wurzel.
Je nachdem, welche Vorbereitungen nötig sind, kann sich die Behandlung über längere Zeit hinziehen. Auch wenn für viele Menschen der Gedanke an eine Operation zunächst abschreckend wirkt, findet Thomas Lüttke: „Im Ergebnis wiegen es die Implantate allemal wieder auf.“
Weitere Informationen zum Thema Zahngesundheit unter www.gesund-durch.de/gesundheit_a-z/zahn-und-kiefer oder www.zahnimplantate-infoportal.de; Informationen der Deutschen Gesellschaft für Implantologie

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