„Revolution“ im Bestattungswesen

Der FriedWald Reinhardswald

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Eindrücke des Friedwaldes. © Foto: FriedWald GmbH

Mitten im größten geschlossenen Waldgebiet Hessens liegt an der Deutschen Märchenstraße das „Schatzhaus der europäischen Wälder". Hier im nordhessischen Reinhardswald wurde im November 2001 der erste FriedWald Hessens eröffnet und zugleich das deutsche Bestattungswesen revolutioniert. Inzwischen gibt es bundesweit 34 FriedWälder, weitere sind in Planung. In einigen Bundesländern, wie dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und auch Niedersachsen wurde das Bestattungsgesetz novelliert und darin eigens die FriedWald-Bestattung aufgenommen.
Der landeseigene Betrieb Hessen-Forst stellte bei Reinhardshagen im Landkreis Kassel ein 116 Hektar großes Stück des hessischen Staatswaldes bereit, um Menschen zu ermöglichen, ihre Asche an den Wurzeln eines Baumes beisetzen zu lassen. Die Waldpflege und die Betreuung der Menschen im Wald werden seither von einem speziell geschulten Försterteam in Zusammenarbeit mit der FriedWald GmbH übernommen.
Inzwischen hat sich der FriedWald Reinhardswald zu einer idyllischen Begegnungsstätte entwickelt, wo Angehörige in Ruhe und Würde ihren Toten gedenken.
Der Wald selbst ist eine Augenweide: 170-jährige Eichenpflanzwälder - die berühmten Huteeichen - eine 200-jährige Eichenallee, mächtige alte Buchen und deren Nachwuchs, Birken und Lärchen bieten hier das typische Bild. Rothirsch, Wildschwein und Reh, Hase, Fuchs und Wildkatze behalten auch im FriedWald ihren Lebensraum. Kolkrabe, Schwarz- und Mittelspecht sind hier ständig zu beobachten. Schwarzstorch und Wespenbussard kreisen am Himmel. Ein Netz von Wanderwegen und Wanderparkplätzen führt zu den weiträumigen Buchenwäldern, den Adlerfarndschungeln, Pfeifengrasfluren und Erlenbrüchen, den stillen Bachläufen und idyllischen Waldteichen.

Der Andachtsplatz im Reinhardswald
Tief betraufte Fichten ragen in den Himmel empor. Die bis zu achtzig Jahre alten Nadelbäume formen mit ihren kegelförmigen Kronen ein schützendes Dach.
„Wir fühlen uns hier wie in einer Kathedrale", beschreibt ein Ehepaar die Atmosphäre des Andachtsplatzes im FriedWald Reinhardswald. Für FriedWald-Förster Fritz Mewes ist dies Bestätigung für ein gelungenes Konzept. „Wir wollen Trauergästen eine würdige Möglichkeit geben, sich abseits des Publikumsverkehrs in stiller Andacht zu versammeln", erklärt er. Ganz nebenbei hat das Reinhardswald-Team im Innenbereich der Baumgruppe einen Raum für das Erinnern und Gedenken geschaffen, in dem neue Wege in der Trauerkultur beschritten werden können: Den natürlichen Gegebenheiten des Waldes angepasst, dienen Baumabschnitte als Sitzgelegenheiten, und der Stammfuß einer Eiche bietet als Zentrum des natürlich gewachsenen Andachtsraumes bei Beisetzungen einen würdigen Platz für Urnen. Schon seit einigen Jahren finden Angehörige, Pfarrer oder Trauerredner an diesem Ort Worte des Abschieds und Worte des Trostes.
Familien treffen sich dort, um gemeinsam zu ihrem Baum im FriedWald aufzubrechen. Den Umgang mit dem Tod erleben Menschen in der heilsamen Atmosphäre des Waldes „befreiter, natürlicher", berichtet Mewes. Wohl auch deswegen ist der Andachtsraum in unmittelbarer Nähe des FriedWald-Parkplatzes für Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer ein Ort zum Ausruhen und Ausspannen geworden. Bei Touren auf den Fern- und Radwanderwegen zur nahe gelegenen Sababurg mit Tierpark und Urwald nutzen viele den Platz zu einer Ruhepause. „Wir haben hier einen Ort zur Andacht und zum stillen Gedenken oder einfach zum Ausruhen und tief Luftholen - und das mitten im Märchenwald im Weserbergland", freut sich FriedWald-Förster Mewes.

Bild anzeigen Urne im Freidwald. © Fotos: FriedWald GmbH

FriedWald in Deutschland
Seit Mitte 2000 gibt es das FriedWald-Konzept in Deutschland. Mit dem FriedWald Reinhardswald bei Kassel wurde im Jahr 2001 der erste Bestattungswald in der Bundesrepublik eröffnet. Seitdem hat es 16.800 Beisetzungen an den mittlerweile bundesweit 34 FriedWald-Standorten gegeben: Sie liegen in neun Bundesländern, in Hessen (7), Niedersachsen (8), Nordrhein-Westfalen (4), Baden-Württemberg (6), Bayern (3), Rheinlandpfalz (2), Saarland (1), Brandenburg (1), Mecklenburg-Vorpommern (1) und Sachsen-Anhalt (1). Die Bestattung in der Natur wird deutschlandweit von der FriedWald GmbH in Griesheim bei Darmstadt angeboten. Geschäftsführerin ist die Juristin Petra Bach.

Waldführungen im Friedwald Reinhardswald
An den Wurzeln eines Baumes seine letzte Ruhe finden – ein tröstlicher Gedanke. Doch wie sieht eigentlich eine FriedWald-Bestattung aus? Wie funktioniert die Baumauswahl? Wie läuft eine Beisetzung ab? Und ist diese alternative Bestattungsform überhaupt etwas für mich oder habe ich mir meine letzte Ruhestätte ganz anders vorgestellt? Alles Fragen, die sich bei der Entscheidung für eine Baumbestattung auftun.
Antworten auf all diese Fragen gibt es bei einer kostenlosen Waldführung durch den FriedWald Reinhardswald, die Einblick in das FriedWald-Konzept gewährt und die Atmosphäre des Waldes spürbar macht. Denn nur wer einen FriedWald mit eigenen Augen sieht und wer ihn erlebt, kann prüfen, ob die alternative Bestattungsform seinen Bedürfnissen entspricht oder nicht.
An zwei Sonntagen pro Monat führen Förster FriedWald-Interessierte durch ihr „Revier" im Weserbergland und informieren über Grabarten, Baumauswahl, Sicherheit und Beisetzungen im FriedWald. Neben diesen Informationen bietet eine Waldführung auch immer die Möglichkeit, seinen eigenen persönlichen Baum zu finden.
Wer den Wald mit eigenen Augen sehen und mehr über das FriedWald-Konzept erfahren will, kann sich unter 06155/848200 oder www.friedwald.de zu einer kostenlosen Waldführung im FriedWald Reinhardswald anmelden. Die Anmeldung zur Waldführung ist unbedingt erforderlich. Die Waldführungstermine sind in regelmäßigen Abständen sonntags jeweils um 14 Uhr. Treffpunkt für die Waldführungen ist der FriedWald Parkplatz, von dort aus geht es gemeinsam mit den Förstern in den Wald.

Individuelle Gestaltungsmöglichkeiten
Die etwa einstündige Führung durch den FriedWald Reinhardswald ist eine Mischung aus Waldspaziergang und Informationstour. Die Förster führen hier auch zu einem Mustergrab, an dem exemplarisch der Ablauf einer Beisetzung erklärt wird. Hier wird deutlich: Insbesondere die vielfältigen Möglichkeiten der individuellen Gestaltung macht diese Bestattungsform zu etwas ganz Besonderem.
Wer schon vorab Einblicke in eine Waldführung erhalten möchte, dem sei die virtuelle Waldführung mit FriedWald-Förster Thomas Weber - ebenfalls unter der Internetadresse www.friedwald.de - ans Herz gelegt.

Kontakt für Interessenten
FriedWald GmbH
Im Leuschnerpark 3
64347 Griesheim
06155 848-100
info@friedwald.de
www.friedwald.de

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