Spüren Sie der Riesin Trendula nach

Die Mythen des Nassen Wolkenbruchs

Bild anzeigen

Der Blick hinunter zum Nassen Wolkenbruch ist immer ein Foto wert.

© Foto: Aderholz

Ein recht unscheinbarer Parkplatz am Fuße des Nassen Wolkenbruchs mit einer wissenschaftlich und daher eher nüchternen Informationstafel zur Entstehung dieses "Erdtrichters", lässt den Besucher nur ansatzweise vermuten, was ihn nach einem guten Stück Aufstieg nach ca. 100 Metern erwarten wird. Ob man das Herzklopfen beim Blick in die Tiefe nun dem Anstieg oder der Mythologie dieses Ortes zuschreibt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.
Sicher, auch rein geologisch betrachtet hat der Nasse Wolkenbruch seine ganz eigene Faszination und kann auch auf rationaler Ebene Begeisterung auslösen:
Die Wissenschaft sagt, dass in einer Tiefe zwischen 900 und 1300 Metern das Grundwasser dort Sulfat- und Salzgesteine aufgelöst hat, so dass ein Hohlraum entstand. Höhere Schichten brachen nach und bildeten weiter oben einen zweiten Hohlraum. Schließlich brach die Erdoberfläche trichterförmig ein und füllte sich mit Wasser. Da es gut möglich ist, dass letztlich starke Gewitter für den Einsturz verantwortlich waren, heißt der Trichter Nasser Wolkenbruch.
Nur 400 Meter westlich von dieser Stelle befindet sich der Trockene Wolkenbruch, der ähnlich entstanden ist, aber ohne einen See auszubilden.

Wer sich allerdings von all diesen "trockenen Fakten" frei macht und bereit ist, voll und ganz in die Welt der Sagen und Legenden einzutauchen, dem kann man beim Besuch des Nassen Wolkenbruchs ein nachhaltig beeindruckendes Erlebnis versprechen. Bizarr gewachsene uralte Buchen und Eichenruinen stehen an der Trichterböschung und sorgen für eine geheimnisvolle Atmosphäre im Naturschutzgebiet,
Um hier nichts zu verpassen kann es sinnvoll sein, diesen mystischen Ort nicht gleich auf eigene Faust zu erkunden, sondern sich z.B. gemeinsam mit Ritter Dietrich aus dem Reinhardswald auf Entdeckungstour begibt. Der hatte schließlich gleich ein paar Jahrhunderte Zeit, die stetig wachsende und sich verändernde Natur zu beobachten und sein Wissen heute mit den Besuchern zu teilen.
Möglicherweise würde man - selbst wenn man um ihre Existenz wüsste - die verschiedenen Wesen wie Schildkröte, Einhorn, Elefant oder Nashorn im Alleingang gar nicht entdecken. Diese haben sich nämlich - wie es bei Fabel- und Wildtieren so üblich ist - gut getarnt und zeigen sich nur dem extrem aufmerksamen Beobachter.
Darüber hinaus mischt sich die beeindruckende Schönheit der Natur mit der Mystik des Ortes. Vom Rand der fast kreisrunden Oberkante des Erdtrichters mit rund 470 Metern Umfang und etwa 150 Metern Durchmesser, blickt man auf den in der Tiefe liegenden kleinen See, der an der tiefsten Stelle 14,5 Meter misst und und einen Durchmesser bis zu 60 Metern hat. Hier soll nach zwei verschiedenen Versionen einer Sage die Reinhardswald-Riesin Trendula ihren Tod gefunden haben und heute noch an diesem Ort präsent sein, was bei manchem Besucher ein leichtes Schaudern bei gleichzeitiger Faszination auslöst.
Es wird sogar erzählt, dass der ein oder andere Pilot, der mit seinem Flugzeug über den Nassen Wolkenbruch geflogen ist, großes Unbehagen dabei gespürt habe. Grundsätzlich ist der Nasse Wolkenbruch aber ein idealer Ort für Spaziergänger, Wanderer, Hobby- und Profifotografen. Für eine komfortable Pause gibt es sogar einen Rastplatz.

Bild anzeigen

Scherenschnitt der Trendula.

© Albert Völkl

Zu bestimmten Jahreszeiten ist es übrigens auch möglich, den Nassen Wolkenbruch im unteren Teil des Trichters, am Rand des Sees, zu umrunden. Allerdings sollte man ohne kundigen Führer und bei feuchtem Wetter lieber darauf verzichten. Es gibt sogar einen "Wächter" auf dem Weg in die Tiefe, der allein durch sein Erscheinungsbild auf die Gefahr hinweist.
Wer sich von diesem magischen Ort inspirieren lassen möchte, biegt in Trendelburg von der B 83 in Richtung Gottsbüren ab. Nach wenigen hundert Metern befindet sich links am Wald der kleine Parkplatz, von dem aus der Aufstieg beginnt.
Wer sich für eine Führung mit Ritter Dietrich am Nassen Wolkenbruch entscheidet, wendet sich an die Tourist-Info Hofgeismar, Tel. 05671/5070400.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder