Vorsicht ist geboten!

Ägypten: Ein Reiseziel mit Risiken

Das Land Ägypten ist oder, besser gesagt, war eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Seit der Revolution vom 25. Januar 2011, der Zwischenherrschaft der Muslimbrüder und dem Militärputsch von 2013, ist Ägyptens Tourismusindustrie zusammengebrochen. Mit 14 Millionen Besuchern jährlich rechnete man vor der Revolution. Davon kann heute nicht mehr die Rede sein.


Widder Allee in Luxor Bild anzeigen

Widder Allee in Luxor

© Quelle: fritz zühlke / pixelio.de

In den vergangenen Wochen kam es in einigen Landesteilen, darunter Kairo, vermehrt zu terroristischen Anschlägen gegen ägyptische Sicherheitseinrichtungen. Zuletzt wurde am 11. Juli das italienische Konsulat Ziel eines Anschlags, bei dem eine unbeteiligte Person getötet wurde. Bei konzertierten Angriffen der Terrormiliz ISIS gegen Stellungen der ägyptischen Sicherheitskräfte im Raum Sheikh Zuwayd kam es zu vielen Todesopfern. Am 29. Juni wurde der ägyptische Generalstaatsanwalt Opfer eines Bombenanschlags im Stadtgebiet von Kairo. Vor der Tempelanlage von Karnak bei Luxor kamen am 10. Juni bei einem vereitelten Anschlagsversuch zwei Angreifer ums Leben. Am 3. Juni wurden bei einem Angriff in der Nähe der Giza-Pyramiden zwei Polizisten erschossen.

Gefährlich

Im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse besteht nach Einschätzung vieler Experten weiterhin ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge. Vor allem in den Regionen, die unter Touristen als besonders beliebt gelten und in der Nähe der beliebten Sehenswürdigkeiten Ägypten. Wer aber trotzdem Ägypten sehen und erleben möchte sollte sich von Demonstrationen und Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen, fernhalten und sich des weiteren unbedingt absichern. Beispielsweise mit einer Reiserücktritt-Versicherung, um sich Ärger und Kosten im Falle eines Rücktritts zu ersparen. So hat man als Reisender die Möglichkeit, seine Reise kurzfristig abzusagen, wenn sie die Gefährdungslage akut zuspitzt, ohne dabei auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Das Auswärtige Amt rät: Vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet wird nach wie vor dringend gewarnt. Am 24. Oktober 2014 wurde über den nördlichen Teil der Sinai-Halbinsel ein dreimonatiger Ausnahmezustand verhängt, der im Januar, April und zuletzt Ende Juli 2015 jeweils um weitere drei Monate verlängert wurde. Es gilt dort auch weiterhin eine tägliche Ausgangssperre von 19 bis 6 Uhr. Gleichzeitig ist der Grenzübergang Rafah zum Gaza-Streifen bis auf weiteres geschlossen. Ebenfalls rät das Auswärtige Amt dringend davon ab, über den Sinai nach Gaza einzureisen. Fahrten auf dem Landweg zwischen Kairo und Luxor, sowie in entlegene Gebiete der Sahara.

Sperrgebiete

Die ägyptischen Behörden haben die Grenzregionen zu Libyen und zum Sudan zu Sperrgebieten erklärt; Reisen dorthin sind untersagt. Ausflugsziele, die sich in den westlichen und südlichen Wüstengebieten befinden, können mit einer Sondergenehmigung bereist werden. Tagestouren in die Weiße und die Schwarze Wüste sind ohne Sondergenehmigung nach Anmeldung möglich. Reisenden wird empfohlen, sich bei Fragen zu der Anmeldepflicht der von ihnen geplanten Reisen in diesen Gebieten an ihren Reiseveranstalter zu wenden.

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