Abiturientin wollte Verwandte besuchen

Trotz ESTA: Einreise in die USA verweigert

Eine Reise in die USA ist immer noch ein großer Traum von vielen jungen und auch älteren Menschen. Doch nicht selten wird die Einreise aus oft unklaren Gründen verweigert, sodass aus dem Traum schnell ein Alptraum wird. Im August diesen Jahres wurde einer deutschen Abiturientin, die drei Monate bei Verwandten in Cleveland verbringen wollte, eben diese Einreise verweigert, sodass sie ohne Umwege direkt zurück nach Deutschland geschickt wurde.

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Die Grenzbeamten sind befugt die Einreise auch aufgrund eines reinen Verdachts zu verweigern.

© RainerSturm / pixelio.de

Grund für diese Zurückweisung war die Annahme, sie wolle nicht ihre Verwandten besuchen sondern als Au-Pair arbeiten. Brisant ist wie die Beamten vor Ort zu dieser Entscheidung kamen: Die junge Abiturientin hatte ihrer Verwandten bei Facebook geschrieben, dass sie auch ab und an mal auf die Kinder aufpassen würde. Dieser Post wurde ihr zum Verhängnis denn die Beamten vermuteten Schwarzarbeit. Ein gültiges Besuchervisum, welches sich die junge Frau im Vorfeld hatte ausstellen lassen wurde vor Ort für ungültig erklärt. Bei ihrer Vernehmung sei sie sich vorgekommen wie eine Schwerverbrecherin, berichtete sie im Nachhinein.

Kein Einzelfall

Dabei ist die junge Abiturientin aus Hessen bei weitem kein Einzelfall. In den letzten Jahren kam es häufiger dazu, dass Deutschen die Einreise in die USA aus nicht näher erläuterten Gründen verweigert wurde. Spekuliert wird in diesem Zusammenhang oft mit USA-kritischen Äußerungen oder bestimmte politische Sichtweisen. Man sollte wissen, dass eine ESTA-Genehmigung keinesfalls eine Garantie für eine Einreise darstellt, bei einer Reise in die USA müssen vielfältige Dinge beachtet werden, die Einreise- und Visabestimmungen für die USA sind komplex.

Über ESTA

Die elektronische Einreisegenehmigung ESTA erlaubt lediglich Touristen oder Geschäftsreisenden maximal 90 Tage in den USA zu verbringen. Jeder der einer Beschäftigung nachgehen möchte muss hingegen ein Visum beantragen. Das gilt für Jobs genauso wie für Au-Pair Tätigkeiten oder Praktika. Auch Schüler sowie Studenten die einen Austausch selber organisieren, kommen nicht daran vorbei ein Visum zu beantragen. Ein ESTA, über welches man sich genauer unter www.estaantrag.org informieren kann, reicht dabei leider nicht aus.

Insgesamt scheitern jedes Jahr hunderte Deutsche an der Einreise, trotz eines ESTA-Antrages, 2013 waren es rund 700. Die Grenzbeamten sind befugt die Einreise auch aufgrund eines reinen Verdachts zu verweigern.Wenn ein solcher Grenzbeamte erst einmal sein Urteil gefällt hat, ist er in der Regel nicht mehr umzustimmen.

Die EU hingegen stellt nicht so hohe Anforderungen an einreisewillige US-Bürger. Daher sollte sich jeder der in die USA einreisen möchte sollte sich im Vorhinein informieren, welche Art von Einreisegenehmigung er benötigt um keine unangenehmen Überraschungen zu erleben. ESTA gilt in dem Zusammenhang nur für touristische Reisen (Erholungsreise, Urlaubsreise oder Verwandschafts Freundesbesuch), oder für geschäftliche Reisen (geschäftliche Orientierungsreisen, Geschäftsbeziehungen oder Konferenzen).

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