Gumprecht (CDU): Studie blendet die Realität bewusst aus
CDU-Sozialpolitiker Christian Gumprecht in einer Plenarsitzung.
© CDU-Fraktion im Thüringer Landtag / Heiko Senebald
Erfurt (cdu_fraktion_th) – „Mit Studien, die die Realität bewusst ausblenden, um politisch opportune Ergebnisse zu produzieren, ist niemandem geholfen.“ Das hat der familienpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Christian Gumprecht, zur vorgestellten Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) gesagt. Die Autoren vermitteln nach seinen Worten ein falsches Bild der Situation in Thüringen. Gumprecht bezweifelt den Wert der Studie, weil sie auf ein kurzes Zeitfenster ausgerichtet ist, aus dem sich langfristige Trends nicht ableiten lassen.
So vermittelt die Studie nach seinen Worten den falschen Eindruck, das Betreuungsgeld würde sich negativ auf die Frauenerwerbsquote auswirken. „Tatsächlich ist die Quote der erwerbstätigen Frauen jedoch im Zeitraum von 2006 (60,6 Prozent) bis 2010 (70,4 Prozent) stetig gestiegen und liegt bundesweit auf dem zweithöchsten Niveau. Es ist daher absurd zu behaupten, das Thüringer Erziehungsgeld sei ein Hindernis für die Er-werbstätigkeit von Frauen“, so Gumprecht.
Ähnlich abwegig ist die Darstellung, das Erziehungsgeld würde zu sinkenden Betreuungsquoten der zweijährigen Kinder führen. „Betrachtet man den gesamten Zeitraum unserer Erfahrungen mit dem Erziehungsgeld, sieht man, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Betreuungsquote der zweijährigen Kinder steigt in Thüringen an. Sie lag 2011 mit 84 Prozent um vier Prozentpunkte höher als zur Einführung des Erziehungsgeldes. Auch bei den einjährigen Kindern hat sich die Betreuungsquote seit 2006 nahezu verdoppelt (2011: 54 Prozent)“, erläutert der Familienpolitiker.
Ähnlich kritisch bewertet Gumprecht zudem die tendenziöse Darstellung zu den Berufschancen nach einer Familienphase. „Ohne belastbare empirische Basis wird der Anschein erweckt, Geringqualifizierte hätten es nach einer Unterbrechung ihrer Berufstätigkeit besonders schwer, wieder einzusteigen. Tatsächlich findet sich in der Datenbasis kein Hinweis darauf. Dies alles offenbart, dass die Studie nicht an seriös erhobenen Daten, sondern an einer beabsichtigen Botschaft orientiert ist“, so Gumprecht abschließend.
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Artikel vom 23.05.2012
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