Diabetes-Beratung in der Apotheke

(LAKT) - Schon ein Schulungsgespräch in der Apotheke verringert die Fehlerquote bei der Blutzuckerselbstmessung nachweislich um die Hälfte – nur eins von vielen Beispielen für die heilberufliche Kompetenz, von der Diabetiker in der Apotheke profitieren. Rund ein Fünftel des Apothekenpersonals hat sich deutschlandweit bereits in qualifizierten Fortbildungen auf Diabetesberatung spezialisiert, und es werden immer mehr. Allein in Thüringen bieten schon 123 Zertifizierte ausführliche Beratung zu Messgeräten, Arzneimitteln, Ernährung und vielem mehr an.

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Blutzuckermessung in der Apotheke © LAKT

„Wer an Diabetes mellitus leidet, für den sind eine Vielzahl spezieller Vorsorge-, Kontroll- und Therapiemaßnahmen lebensnotwendiger Teil des Alltags. Mit einem breiten Serviceangebot leisten Apotheken hier einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsversorgung. Auch bei der Prävention nehmen sie eine Schlüsselstellung ein“, sagt Danny Neidel, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Thüringen. Mit etwa sechs Millionen betroffenen Deutschen ist die chronische Stoffwechselstörung, die mit dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten einhergeht und langfristig u. a. zu Nierenschäden, Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann, ein Volksleiden. „Da die Symptome – erhöhter Harndrang, großer Durst, Gewichtsverlust, allgemeine Schlappheit – unspezifisch und gerade bei älteren Menschen oft nicht sehr ausgeprägt sind, wissen viele gar nicht, dass sie gefährdet oder bereits erkrankt sind. Klarheit kann eine Blutzuckermessung in der Apotheke schaffen. Dort bestimmt man häufig auch Blut-druck-, Fettwerte, Body-Mass-Index (BMI) und Taillen-/Hüftumfang: weitere wichtige Indikatoren für eine bestehende oder drohende Erkrankung“, erklärt der Apotheker.

Bereits Betroffenen helfen diese Messungen, die drei Therapiesäulen Ernährung, Bewegung und Medikamente optimal aufeinander abzustimmen. Wer den Blutzucker regelmäßig zuhause kontrolliert, kann sich in der Apotheke über mögliche Fehler aufklären lassen: „Mangelnde Reinigung der Hände, Herauspressen des Tropfens aus der Fingerkuppe oder Bedienungsfehler bei den Messgeräten machen die Ergebnisse häufig wertlos“, weiß Neidel. Zeigen und erklären lassen sollte man sich dort auch die Messung des bei Diabetikern häufig ebenfalls erhöhten Blutdrucks.

Da bei Diabetes die richtige Ernährung extrem wichtig ist, steht man Betroffenen überdies mit fachgerechter Ernährungsberatung zu Seite – von praktischen Tipps bis zur umfassenden individuellen Analyse. Nicht zuletzt ist das Apothekenpersonal auch bei der Suche nach passenden Sport- oder Selbsthilfegruppen behilflich.

Ansprechpartner Nr. 1 sollte der Apotheker beim Thema Medikamente sein, denn hier haben Diabetiker einiges zu beachten. „So variiert z. B. die Art der Einnahme von Diabetes-Medikamenten in Tablettenform je nach Wirkstoff ganz erheblich. Vor, während oder nach dem Essen, mit oder ohne Flüssigkeit, mit oder ohne zeitlichen Abstand zur Mahlzeit, die zuckerfrei sein sollte oder auch nicht – wer sich hier nicht sicher ist oder gar zur falschen Zeit zum falschen Präparat greift, riskiert unangenehme Neben- und Wechselwirkungen“, warnt Apotheker Neidel. Im Zweifelsfall lässt man sich also besser in der Apotheke beraten; dort erstellt man auch gerne individuelle Tages-Einnahmepläne und klärt über mögliche Nebenwirkungen von Diabetes-Präparaten auf. Nicht zuletzt können sich Patienten, die selbst Insulin spritzen, hier auch über die richtige Handhabung der Spritzen und Pens informieren.

Etwa 5.000 verschiedene Wechselwirkungen zwischen Diabetes-Medikamenten und anderen Arzneimitteln sind derzeit bekannt. So verändern beispielsweise Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac die Wirkung einiger Blutzucker- und Blutdrucksenker. Selbst wenn man also „nur“ Kopfschmerzen hat: „Vor dem Griff in die Hausapotheke sollten Diabetiker unbedingt mit dem Apotheker Rücksprache halten. Nur er kann beurteilen, ob die individuelle Medikamenten-Kombination auch wirklich unbedenklich ist“, empfiehlt Neidel: „dass ein Präparat rezeptfrei erhältlich ist, heißt nämlich noch lange nicht, dass seine Einnahme auch in allen Fällen risikolos ist.“ Es lohnt sich also für Diabetiker, die heilberufliche Kompetenz des Apothekenpersonals in Anspruch zu nehmen – gerade jetzt in der Erkältungssaison.

Weitere Informationen:
www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
www.diabetes-ratgeber.net
www.diabetes-deutschland.de

LAKT - Thälmannstr. 6, 99085 Erfurt
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