Thüringen (LAKT) - Koffein putscht auf, Penicillin bekämpft Bakterien, Cannabis macht high - das weiß jeder. Wie und warum es funktioniert, erforscht und erklärt die Wissenschaft von den Arzneimitteln: die Pharmazie. Für naturwissenschaftlich interessierte Abiturienten, die auch gerne mit Menschen umgehen, genau das richtige Studienfach: es vereint Aspekte aus Chemie, Biologie und Physik mit medizinischen Themen und ist das Tor zum Apothekerberuf. Doch ausgebildeten Pharmazeuten stehen noch weit mehr Tätigkeitsfelder offen: Pharmazie boomt.
Als eigenständige wissenschaftliche Disziplin ist sie erst wenige hundert Jahre alt, als Gegenstand menschlicher Neugier aber (fast) so alt wie die Menschheit: die Lehre von der Beschaffenheit, Wirkung, Entwicklung, Prüfung, Herstellung und Abgabe von Arzneimitteln. Auf Pharmazeuten wartet ein verantwortungsvoller Job: es geht um Gesundheit und Wohlergehen anderer Mitmenschen. Entsprechend anspruchsvoll ist das Studium - aber auch vielseitig und abwechslungsreich. In Thüringen kann man an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Pharmazie studieren.
Wer die Hürde der Zulassungsbeschränkung genommen hat, studiert acht Semester (Regelstudien-zeit), aufgeteilt in Grund- und Hauptstudium. Zunächst stehen Grundlagen in Chemie, Analytik, Bio-logie und Arzneiformenlehre auf dem Programm. Im Hauptstudium tauchen die Nachwuchs-Pharmazeuten dann tief in die pharmazeutischen Inhalte ein:
Die Pharmazeutische Chemie befasst sich mit der chemischen Struktur von Wirk- und Schadstoffen und ganzen Arzneimitteln. Sie untersucht, welche Eigenschaften und Wirkungen sich daraus ableiten. Einen Schwerpunkt bilden zudem Herstellung (Synthese) und Nachweis (Analyse) von Arzneistoffen.
Wo natürliche Wirkstoffe herkommen und wie man sie gewinnen kann: das weiß die Pharmazeutische Biologie. Jahrtausendelang waren vor allem Pflanzen Hauptquelle für Arznei- und Giftstoffe, mittlerweile spielen auch Molekularbiologie und Gentechnik hier eine immer größere Rolle.
Nichts für „Pillendreher“ ist die Pharmazeutische Technologie. Hier geht es um die Darreichungsformen -Tabletten, Salben, Zäpfchen, Säfte etc. - und wie man sie herstellt. Wirkstofffreisetzung, Verträglichkeit, Aussehen, Haltbarkeit: Die Anforderungen an Medikamente sind hoch, innovative Lösungen immer gefragt.
Medizinisch wird es in der Pharmakologie: sie untersucht, wie und warum Arznei- und Giftstoffe im menschlichen Organismus wirken und welche Nebenwirkungen dabei auftreten können. Pharmazeuten müssen sich dafür auch in der Physiologie gut auskennen.
Die Klinische Pharmazie macht den Schritt aus der Theorie in die Praxis. Wer welche Medikamente in welcher Dosierung erhalten darf, welche Wechselwirkungen dabei auftreten können: hier steht der Patient im Mittelpunkt und nicht mehr der Wirkstoff.
Dass so viel Theorie nicht grau und trocken bleibt: dafür sorgen viele praktische Lehrveranstaltungen, oft im Labor. Außerdem sind Pflichtpraktika zu absolvieren. Das erste muss schon im Grundstudium abgeleistet werden. Im Anschluss an die Uni-Zeit folgt dann ein ganzes praktisches Jahr, welches mindestens zur Hälfte in einer öffentlichen Apotheke durchgeführt werden muss. Jeder Studienabschnitt endet mit einem Staatsexamen - drei sind es bis zum Ende der Ausbildung. Nach dem 3. Staatsexamen stehen den Jung-Pharmazeuten dann viele attraktive Beschäftigungsmöglichkeiten offen. Ob als niedergelassene Apotheker, in Krankenhäusern, Universitäten, der Pharmaindustrie oder dem öffentlichen Gesundheitswesen: „Helden der Gesundheit“ sind immer gefragt.
Weitere Informationen unter:
www.studier-pharmazie.de | www.gesundheitshelden.info