Hildburghausen (wotan/ThV) - Zukünftig sollen sich alle Aktivitäten des Theatervereins in das angestrebte Gesamtmarketingkonzept der Stadt Hildburghausen einfügen.
Dazu sei man nach Aussage von Vereinsvorsitzenden Tilo Kummer auch bereit, die Urheberrechte am Theaterlogo zur Verfügung zu stellen und das bisherige Werbeprofil des Theatermagazins gemeinsam zu verändern. Deshalb gebe es auch für das laufende Veranstaltungsjahr keine Ausgabe des Magazins. Nicht verlängert wird der Werbeauftritt bei „Rennsteig TV". Man wolle sich vielmehr vom 23. - 26. Juni bereits gemeinsam auf einer Messe in Kloster Veßra präsentieren, die Kosten trägt der Verein.
Zuvor wertete Mathias Günther für die entschuldigte Schatzmeisterin die Vereinsaktivitäten des Vorjahres aus. Überraschend gut wurde der „Theresienstädter Konzertabend" angenommen, auch der Tag der offenen Tür zum Theatergeburtstag und der Glühweinmarkt verliefen erfolgreich. Akzeptablen Zuspruch erhielt die internationale Produktion „The imaginary land". Finanziell weniger erfolgreich verlief für den Verein die Aufführung von „Elvis liebt Dich". Dennoch will man auch 2011 wieder mindestens ein Meininger Angebot auf die Bühne bringen. Gegenwärtig besuchen Vereinsmitglieder deshalb mehrere Generalproben.
Da das Hildburghäuser Theater keine Subventionen erhält, muss die Produktion des Meininger Theaters teurer angeboten werden als am dortigen Staatstheater. Technisch bedingte Zusatzkosten schlagen ebenfalls zu Buche. So verwies Theatermanager Jürgen Ludwig darauf, dass selbst die Meininger Kammerspiele eine fast doppelt so große Bühne mit entsprechender Lichtinstallation besitzen wie das Hildburghäuser Haus.
Ludwig stellte auch noch einmal die Hausbilanz klar: So seien gegenüber 2009 mit 63 Veranstaltungen 2010 bereits 82 realisiert worden. 38 davon in städtischer Regie, 28 waren Fremd-Einmietungen. Über die Touristinfo wurden dafür 7261 Karten verkauft. Gegenüber 2009 war dies zwar ein zahlenmäßiger Rückgang, dennoch blieb der Umsatz daraus fast gleich. Durch weitere Veranstaltungen im Kinderbereich und Führungen hatte das Theater im vergangenen Jahr insgesamt 14846 Besucher. Dabei sind Veranstaltungen wie Public Viewing aber noch nicht mit gerechnet.
Vorerst aufgegeben wurden die nachmittäglichen Tanztees. Mit zuletzt nur noch zehn bis vierzig Besuchern waren die anfallenden Kosten dafür nicht mehr zu rechtfertigen.
Einen treuen Stamm von rund 250 Besuchern haben inzwischen die Konzerte der Thüringen-Philharmonie. Allerdings müsse auch hier über das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben nachgedacht werden, so Steffen Harzer. Vorgeschlagen wurden dazu die Einführung eines Schüleranrechts und verstärkte Werbung im städtischen Umland. Gegen eine Begrenzung der Konzertzahl wandten sich insbesondere Gisela Franck und Dr. Hanns-Peter Wulff-Woesten.
Intensiviert werden soll die Zusammenarbeit mit den Schulen. So müssten Schulklassen, welche darstellendes Spiel belegen, künftig Unterricht im Theater durchführen können. Außerdem sollten Marketinguntersuchungen künftig Inhalt von Seminarfacharbeiten sein können.
Nicht möglich sind in absehbarer Zeit regelmäßige Kinobespielungen. Der Erwerb einer entsprechenden Ausstattung würde 100 000 Euro erfordern, welche gegenwärtig nicht vorhanden seien. Selbst nicht ganz aktuelle Filme würden im Falle einer einmaligen Aufführung zudem Leihgebühren von 200 - 250 Euro mit sich bringen. Nachgedacht wird derzeit über Sommervorführungen einzelner preiswerter Filmtitel.
Neben der Teilnahme am Glühweinmarkt will sich der Verein auch wieder mit einem Tag der offenen Tür präsentieren. Der Termin soll dann bei dem nachzuholenden Gespräch mit der Marketingleiterin der Stadt vereinbart werden.
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