Stadtroda (PI Stadtroda/Stenzel) - Eigentlich sollte der Startschuss für die Verkehrssicherheitsaktion der Stadtrodaer Polizei erst am 4. Oktober 2011 gegeben werden. Das Wetter der vergangenen Tage bot sich jedoch nahezu an, den Beginn etwas vorzuverlegen. Die Aktion soll dazu beitragen, die Verkehrsteilnehmer sicher durch den Herbst und Winter zu bringen. Durch Beachten von Regeln, sozusagen. Besonders wichtig ist dabei die Betonung auf „alle Verkehrsteilnehmer".
Die Polizei Stadtroda führt auch 2011 ihre Herbstaktion für mehr Verkehrssicherheit durch.
© Foto: PI StadtrodaAlle Zielgruppen und Altersklassen sollen dabei erreicht werden. Besonders aber richtet sich die Aufmerksamkeit auf Kinder. Genau diese Gruppe, oder besser der Schutz der Kinder im Verkehrsraum, war am Freitag und auch am Montag Ziel der verkehrspolizeilichen Maßnahmen.
Hatte eine Geschwindigkeitskontrolle in Ottendorf vor einem Kindergarten am Freitag eher den ersten Eindruck von Einzelfall, musste diese Meinung am Montag relativiert werden. Wieder hatten die Beamten am Nachmittag vor einem Kindergarten in der Jenaer Straße in Bad Klosterlausnitz die Fahrgeschwindigkeiten kontrolliert. Innerhalb von zwei Stunden waren auf der Straße mit gebotener Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h immerhin 39 PKW, Transporter und LKW zu schnell gefahren.
Die Autos sind angehalten und die Fahrzeugführer zur Rede gestellt worden.
Ob es am Wetter gelegen hat; wer weiß? Aber selten herrschte eine, man möchte schon fast sagen freundschaftliche Atmosphäre an der Kontrollstelle. Die üblichen Wortgefechte mit den Beamten blieben aus. Man war einsichtig - spätestens dann, wenn die Polizisten auf den gegenüber der Straße vorhandenen Kindergarten verwiesen.
Allerdings muss festgestellt werden, dass die gemessenen Geschwindigkeiten nicht unbedingt mit Raserei zu tun hatten. Meistens blieb es bei einem Verwarngeld bis 25 Euro. Trotzdem musste gegen drei Pkw-Fahrer Anzeige erstattet werden, die letztendlich zu einem Bußgeld und Punkten in Flensburg führen, weil sie mit mehr als 50 km/h unterwegs waren.
Und noch etwas fiel auf: Fast ausnahmslos Einheimische und davon mehr als die Hälfte Frauen hatten den Fuß etwas zu sehr am Gaspedal.
Zum Schluss gab es eine Episode, die selbst die erfahreneren Beamten sehr nachdenklich stimmte: Eine Frau Mitte 30 hatte, nachdem sie heraus gewunken wurde Tränen in den Augen. Es läuft derzeit nicht alles glatt in ihrem Leben, erzählte sie den Kontrollkräften und wirkte etwas verzweifelt.
Nachdem ihr etwa 5-Jähriges Kind, welches in einem Kindersitz im Fahrzeug saß, fragte weshalb sie von der Polizei angehalten wurde, antwortete sie fast liebevoll „die Mutti ist zu schnell gefahren; das darf man nicht, hier ist nämlich ein Kindergarten und da muss man langsam fahren".
Sehr wirkungsvoll. Sehr beeindruckend, war die einhellige Meinung der Beamten.
Leider hatten die Ordnungshüter kein Rezept für die Lebenskrise der jungen Frau. Aber Respekt vor der Selbstdisziplin ihrem Kind gegenüber allemal!
Und so schloss sich an diesem sonnigen Montagnachmittag der Kreis in Sachen Verkehrserziehung, der am Vormittag im Verkehrsgarten Rothenstein mit Kindern aus Kahla begann, die das richtige Verhalten im Straßenverkehr mit Stadtrodaer Polizeibeamten trainierten.
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