"Vor 50 Jahren. Warburg und das Warburger Land 1970 in Fotografien von Erich Kesting"

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Beginn der Bauarbeiten am Erweiterungsbau des Warburger Krankenhauses.

© Foto: Kesting/Museum

Warburg (wrs) - Ab Sonntag, den 25. Oktober 2020, ist im Warburger Museum im „Stern“ die Ausstellung „Vor 50 Jahren. Warburg und das Warburger Land 1970 in Fotografien von Erich Kesting“ zu sehen. Genau 9.229 Negative enthält das Archiv von Erich Kesting für das Jahr. Aus diesem reichhaltigen Fundus werden mehr als 130 ausgewählte Aufnahmen gezeigt, die das Jahr 1970 in der Diemelstadt und im Warburger Land wieder lebendig werden lassen.

Erich Kesting starb 1974, nachdem er länger als ein Vierteljahrhundert als Fotograf gewirkt hatte. Seine Familie hat seinen Negativnachlass bewahrt und dem Museum zur Verfügung gestellt. Gerhard Timmermann aus Daseburg hat die mehr als 9000 Negative ehrenamtlich digitalisiert. Aus diesem Fundus musste dann zwangsläufig für die Ausstellung eine Auswahl getroffen werden. Die gezeigten Fotoabzüge sind zu Themengruppen wie „Arbeitswelt“, „Kirchliches Leben“, „Sport“, Kinderleben“, „Feste und Feiern“, „Schnappschüsse“ und „Straßen, Häuser, Ansichten“ zusammengefasst worden.

Auf eine Eröffnungsveranstaltung wird aufgrund der derzeitigen Verhältnisse verzichtet. Beim Besuch der Ausstellung gelten Masken- und Registrierungspflicht, im Ausstellungssaal dürfen sich maximal acht Personen unter Einhaltung der Sicherheitsabstände gleichzeitig aufhalten. Die Öffnungszeiten: Täglich außer montags 14.30 bis 17.00 Uhr.

Was ist aus dem Jahr 1970 im kollektiven Gedächtnis geblieben? Sicherlich eines der Symbolbilder des 20. Jahrhunderts: Am 7. Dezember 1970 kniete Bundeskanzler Willy Brandt in Warschau am Ehrenmal für die Toten des Warschauer Ghettos nieder. Seine Entspannungspolitik hatte die politische Diskussion des gesamten Jahres 1970 bestimmt. Der Krieg in Vietnam wurde auf die Nachbarländer Laos und Kambodscha ausgedehnt. Die Befreiung des Kaufhausbrandstifters Andreas Bader am 14. Mai gilt als die Geburtsstunde der RAF.
Die Beatles lösen sich auf, Jimmy Hendrix stirbt am 18. September, Janis Joplin am 4. Oktober und Charles de Gaulle am 9. November. Der erste Tatort wird am 29. November ausgestrahlt und deutscher Fußballmeister ist Borussia Mönchengladbach.
Und in Warburg? Einige Schlagzeilen: Am Desenberg fanden die Warburger Skimeisterschaften statt, mit dem Bau des Krankenhauserweiterungsbaus wurde begonnen, in der Hauptstraße wurde das Haus von Dr. Kohaupt abgerissen und auch das aus dem 19. Jahrhundert stammende Pastorat an der Kalandstraße wurde niedergelegt. Das Angebot des Modehauses Wilke wurde deutlich erweitert, die Firma Kobusch konnte Richtfest feiern. Das Seifenkistenrennen fand ausnahmsweise auf der Glockenbreite statt und der Warburger Rat engagierte sich am Trimm-Dich-Pfad. Der Neustädter Marktplatz stand im Zeichen eines Weihnachtsmarktes und im Marianum fand eine Protestversammlung gegen den Numerus Clausus statt.

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