Römhild (wotan) - Am 27. Juni besuchte Landrat Thomas Müller die AHG Klinik Römhild, in welcher Suchtkranke behandelt werden.
Die Allgemeine Hospitalgesellschaft AG (AHG) betreibt seit mehr als zehn Jahren eine Suchtklinik in Römhild, eine von insgesamt 46. Hauptsitz der Gesellschaft ist Düsseldorf. In Römhild betreuen 82 Mitarbeiter bis zu 153 Patienten bei der Entwöhnung von Alkohol, Medikamenten und Drogen, wozu auch die anschließende Adaption (Wiedereingliederung) gehört, die durch Praktika in der näheren Umgebung realisiert wird. Stolz sind Chefarzt Dr. Thomas Möckel und Verwaltungsdirektorin Martina Petroll auf die geringe Rückfallquote. Die Klinik realisiert Entwöhnung, die von der Rentenversicherung getragen wird, während die vorgelagerte Entgiftung Aufgabe der Krankenkassen ist.
Nach einem Jahr informiert sich die Klinik durch eine briefliche Abfrage über eventuelle Rückfallprobleme. Chefarzt Dr. Möckel betonte, die sicherste Methode, Rückfall zu vermeiden sei absolute Abstinenz. Landrat Thomas Müller informierte, die stationäre Grundversorgung des Landkreises erfolge durch die Henneberg-Klinik, die im Verbund Regiomed mit Sonneberg und Coburg zusammenarbeite. Die Suchtberatung liege in Verantwortung des Sozialamtes und werde vom Landkreis als Träger finanziert. Probleme bestünden beim Führerscheinentzug nach Alkoholfahrten, weil die „MPU“ keine klare Ablehnung der Rückgabe des Führerscheins enthalte, worauf sich Rechtsanwälte, denen es vorrangig ums „Geldverdienen“ ginge, stürzen. Der Landrat erklärte, er wolle bei einer besseren Kooperation der AHG Klinik mit der Henneberg-Klinik vermitteln.
Ein besonderer Service der AHG Klinik Römhild ist für suchtkranke Frauen, ihre Kinder mitzubringen, die im klinikeigenen Kindergarten optimal betreut werden . Auch Haustiere können Patienten mitbringen, wenn sie keine andere Betreuungsmöglichkeit finden. Im Jahr 2010 erwarb die Klinik im Rahmen des Qualitätsmanagements die Einstufung „Rauchfreie Gesundheitseinrichtung“ und gewährleiste für das Personal die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Fünfundzwanzig Prozent des Personals sei von Anfang an dabei, dennoch habe die Klinik mit Abwanderungen zu leben, Klinikstandort Neustadt an der Saale sei nicht weit.
Nach Einschätzung der Klinikleitung bestünden noch Reserven bei der Zusammenarbeit mit der Stadt Römhild. Die Werkstätten der Klinik könnten z. B. Nistkästen für die Stadt bauen. Landrat Thomas Müller sagte zu, mit dem Römhilder Bürgermeister zu reden.
Beim anschließenden Rundgang durch die Klinik konnten die Patienten-Doppelzimmer, die Sporthalle, die Schwimmhalle, der Kraftraum und Bastelräume besichtigt werden. Die Ausstattung der Patienten-Zimmer mit separater Nasszelle erinnert an Hotelstandard. Ein gut ausgestatteter Physiotherapie-Bereich ermöglicht umfassende Behandlungen. Abschließend konnte sich Landrat Thomas Müller im Speisesaal mit Panoramablick von der Qualität des Mittagessens überzeugen.
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