Landrat Spieker trifft Umweltminister Remmel

Düsseldorf/Kreis Höxter (oz) - Das strategische Straßen- und Wirtschaftswegekonzept des Kreises Höxter, das Landrat Friedhelm Spieker im Umweltministerium in Düsseldorf als Best Practice vorstellte, könnte landesweit Schule machen. Ein weiteres Thema des Treffens mit dem nordrhein-westfälischen Umweltminister Johannes Remmel waren die Planungen eines lippischen Nationalparks im Nachbarkreis mit Auswirkungen auf den Kreis Höxter.

„Die Planungen beziehen auch Gebiete des Kreises Höxter mit ein. Das geht nicht über die Köpfe der Bürger, Betriebe und betroffenen Interessenvertreter hinweg," machte Landrat Friedhelm Spieker seine Position deutlich, für die der Umweltminister Verständnis zeigte. Nach Abstimmung mit dem Minister wird Landrat Spieker nach der Sommerpause zu einem Arbeitsgespräch in den Kreis Höxter einladen.

„Es soll sachlich erörtert werden, welche Vor- und Nachteile ein lippischer Nationalpark für unsere heimische Bürgerschaft und Wirtschaft hätte. Wir wünschen uns eine breite Beteiligung", sagte Spieker. An dem Arbeitsgespräch sollen Vertreter der benachbarten Kreise und Kommunen, der Politik, Wirtschaft und betroffenen Interessengruppen sowie Tourismusexperten teilnehmen. Auch ein Vertreter des Ministeriums werde dabei sein, versprach Remmel.

Als Best Practice stellte Landrat Friedhelm Spieker zusammen mit Kreislandwirt Johannes Potthast und dem Verkehrsplaner Prof. Dipl.-Ing. Oliver Hall die bundesweit einzigartige Vorgehensweise des Kreises Höxter vor, beim Erhalt des kreisweiten Straßennetzes namhafte Beträge einzusparen. Umweltminister Johannes Remmel lobte das strategische Straßen- und Wirtschaftswegekonzept
und könnte sich vorstellen, das Projekt landesweit zum Vorbild zu machen. „Mit dem Konzept können wir ein zukunftsfähiges Straßennetz erhalten, das den Anforderungen einer mobilen Gesellschaft gerecht wird und langfristig finanzierbar bleibt", betonte der Landrat.

Nicht nur das Ergebnis, auch der Weg dorthin ist bundesweit einzigartig. Denn bei der Erarbeitung des Konzepts wurden Vertreter aus den 124 Ortschaften und von besonders betroffenen Interessengruppen beteiligt, so auch die Land- und Forstwirtschaft. „Dass die verschiedenen Nutzergruppen von Anfang an beteiligt wurden, war vorbildlich", bekräftigte Kreislandwirt Johannes Potthast.

Prof. Dipl.-Ing. Oliver Hall vom Büro ASTOC Architects and Planners, das zusammen mit dem Büro R+T Verkehrsplaner an der Erstellung des Gutachtens maßgeblich beteiligt war, sagte in Düsseldorf: „Landkreise nicht nur aus Nordrhein-Westfalen, sondern auch aus anderen Bundesländern haben bereits großes Interesse gezeigt, das Modell zu übernehmen, zumal das Thema ‚Erneuerbare Energien' neue Anforderungen an das Wegenetz im ländlichen Raum stellt."

Die Frage nach der Sanierung von Straßen und Wegen hatte der Kreis Höxter erstmals völlig neu gestellt. Bisherige kommunale Planungen basierten meist auf der Annahme, dass die bestehende Verkehrsinfrastruktur in vollem Umfang erforderlich sei. Daher war für Sanierungsentscheidungen in erster Linie der Zustand eines Weges wichtig. Das Straßen- und Wirtschaftswegekonzept geht von der Fragestellung aus, welche Wege für die Allgemeinheit tatsächlich von Bedeutung sind und daher weiterhin mit öffentlichen Geldern unterhalten werden oder sogar ausgebaut werden sollen. Daraus wird ein zukunftsfähiges Straßennetz entstehen, das durch zielgerichtete Investitionen an den richtigen Stellen langfristig erhalten wird. Die Entscheidung darüber liegt jedoch weiterhin
bei den örtlich Verantwortlichen.

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