Organisch oder mineralisch

Nährstoffversorgung für den Rasen

Bild anzeigen

Aufgrund des regelmäßigen Mähens, bei dem das Schnittgut anschließend zumeist von der Fläche entfernt wird, benötigen gerade Graspflanzen eine ausreichende Nährstoffzufuhr.

© Foto: Hauert

(Hauert) - Mit den ersten warmen Temperaturen des Jahres erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf. Jetzt heißt es auch für Gartenbesitzer aktiv zu werden. Denn sobald nicht mehr mit längeren Frostperioden zu rechnen ist, sollten sie unter anderem dem Rasen wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Ende März bis Mitte April ist bereits der beste Zeitpunkt für den ersten Schnitt. Danach empfiehlt es sich, die Fläche gründlich zu rechen oder zu vertikutieren. So werden flachwurzelnde Moosflechten und Verfilzungen entfernt. Anschließend sieht der Rasen zumeist etwas mitgenommen aus. Damit er sich bis zum Sommer wieder dicht und sattgrün zeigt, brauchen die Grashalme nun die richtigen Nährstoffe. Die Auswahl an Düngern im Handel ist groß. Es gibt sowohl organische, mineralische als auch organisch-mineralische Produkte. Aber was ist eigentlich der Unterschied? Welche Vorteile haben die verschiedenen Angebote? Und warum müssen Gartenpflanzen überhaupt gedüngt werden?

Für ihr Wachstum und ihre Gesundheit benötigen alle Gewächse ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffe. Anders als in der Natur gibt es im Garten jedoch zumeist keinen intakten organischen Kreislauf, bei dem permanent abgestorbene und heruntergefallene Pflanzenteile von unzähligen Lebewesen im Boden zersetzt werden. Viele kleine Helfer – vom Regenwurm bis hin zu winzigen Mikroben – sind an diesem Vorgang beteiligt. Dabei werden Nährstoffe frei, die dann wieder über die Wurzeln aufgenommen werden. Natürlich kann man auch im Garten durch das Anlegen eines Komposthaufens, auf dem Rasenschnitt, Laub und Küchenabfälle verrotten, einen Nährstoffkreislauf schaffen. In Beeten lässt sich das zersetzte Kompostsubstrat gut unterheben, auf der Rasenfläche möchten die meisten Gartenbesitzer es jedoch nicht ausbringen.

Den richtigen Dünger wählen

Aufgrund des regelmäßigen Mähens, bei dem das Schnittgut anschließend zumeist von der Fläche entfernt wird, benötigen aber gerade Gräser eine ausreichende Nährstoffzufuhr. Die im Handel erhältlichen organischen Dünger sind aus pflanzlichen oder tierischen Rohmaterialien, wie z.B. Hornspänen, hergestellt. Sie werden als Ernährungsgrundlage für die Mikroorganismen und Kleinstlebewesen im Boden eingesetzt und liefern auf diesem Weg dann auch Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium für die Rasenpflanzen. Dieser Prozess verläuft recht langsam und ist abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit. Die durch organische Dünger erreichte Aktivierung des Bodenlebens hat aber noch weitere Vorteile: Das Erdreich wird optimal durchlüftet, seine Krümelstruktur verbessert und Ton-Humus-Komplexe aufgebaut, die Wasser besonders gut speichern. All das kommt letztendlich ebenfalls der Regeneration der Rasenflächen zugute.

Ein mineralischer Dünger besteht dagegen in erster Linie aus wasserlöslichen Salzen, die synthetisch hergestellt sind. Produkte, die Stickstoff, Phosphor und Kalium enthalten, werden NPK-Dünger genannt. Vielen wird außerdem in kleinen Mengen Schwefel, Calcium, Magnesium sowie Spurenelemente wie Kupfer und Mangan, Eisen und Bor beigemischt, die ebenfalls unerlässlich für ein gesundes Pflanzenwachstum sind. Der Vorteil ist hier: Die enthaltenen Nährstoffe stehen den Gräsern sofort, ganz direkt und ohne Umwege zur Verfügung. Gerade im Frühjahr, wenn der Boden recht kalt ist und die Mikroorganismen daher noch nicht sehr aktiv sind, sorgen mineralische Dünger zuverlässig dafür, dass es keine Engpässe bei der Pflanzenernährung gibt. Damit darüber hinaus eine gleichmäßige Nährstoffversorgung über einen längeren Zeitraum gewährleistet ist, wurden verschiedene Methoden entwickelt: So können Nährsalz-Kügelchen beispielsweise mit einer Harzschicht umhüllt sein, die die Auflösung verzögert. Es gibt aber auch nicht umhüllten Langzeitstickstoff, dessen Wirkung kontrolliert, Schicht für Schicht freigesetzt wird.“

Organisch-mineralische Kombiprodukte verbinden die Vorteile beider Düngergruppen. Zum einen gewährleisten sie, dass die Halme während der gesamten Wachstumsperiode wirklich gleichmäßig alle Nährstoffe bekommen, die sie brauchen, zum anderen sorgen sie für ein gesundes Leben im Erdreich und somit für eine gute Bodenstruktur. Bis zum Sommeranfang ist der Rasen damit wieder in Topform. Im Juni sollte dann möglichst eine zweite Düngergabe folgen.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder