Saalfeld (cb) – Das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Nationen ist im Stadtteil Beulwitz (Saalfeld) allgegenwärtig. Am Donnerstag, den 23. Februar 2012, wurde in der dort ansässigen Begegnungsstätte ein Projekt vorgestellt, das sich dem Thema der „Nachhaltigkeit" auf eine ganz andere, aber durchaus gelungene Weise nähert.
Unter dem Titel „Beulwitz is(s)t vielseitig und bunt" wurde ein internationales Kochbuch vorgestellt, welches durch Beulwitzer verschiedenen Alters und Herkunft in Zusammenarbeit mit der Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und dem Bildungszentrum Saalfeld entstanden ist. Für dieses Buch bereiteten Kinder gemeinsam mit ihren Eltern nicht nur typische Speisen aus ihrem Herkunftsland zu, sie stellen auch ihre ursprüngliche Region mit Religion, Kultur und interessanten Geschichten vor.
Ermöglicht wurde dieses Projekt unter anderem durch einen Spendenlauf der Schüler des Erasmus-Reinhold-Gymnasium im Jahr 2007, welche den Erlös von 2.000 Euro an die Begegnungsstätte spendeten. 2008 wurde die Idee eines multikulturellen Kochbuchs von Claudia Pensold, Gemeinwesensarbeit der Diakoniestiftung, aufgegriffen und in Form eines einmal wöchentlichen, offenen Gruppenangebotes für Kinder mit insgesamt 30 Nationalitäten in die Tat umgesetzt.
„Besonders Kinder und Jugendlichen mit verminderter Teilhabe an kulturellen oder gesellschaftlichen Prozessen konnten hier ihre Kompetenzen zeigen und ihre Ideen einbringen, resümiert Claudia Pensold.
Schwieriger gestaltete sich hingegen die genaue Angabe von Mengen für die einzelnen Kochanleitungen, da bei Migranten ausschließlich nach Gefühl gekocht wird. So mussten die Rezepte zunächst zusammengetragen und verschriftlicht werden, was viel Zeit in Anspruch nahm.
Nach fast vierjähriger Arbeit ist ein internationales Kochbuch mit 300 Exemplaren entstanden, welches für fünf Euro erhältlich ist und unter anderem den „Beulwitz Burger" enthält, der nicht mit Schweinefleisch, sondern mit Rindfleisch zubereitet wird.
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