Schmalkalden/Meiningen (fh) - Endlich Sommer, endlich Urlaub: Das denkt sich wahrscheinlich auch der Arbeitsmarkt in Südwestthüringen. Im Juli 2012 stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 15.515 Personen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 6,2 Prozent und damit der Quote des Vorjahres. Im Juni lag diese noch 0,1 Prozent niedriger.
Ein Grund des Stillstandes in der Entwicklung ist die Neuermittlung der Bezugsgröße, die aus der Zahl der zivilen Erwerbspersonen ermittelt wird. Der Agenturbezirk Suhl gab zum 30.Juni 2012 den nördlichen Ilmkreis ab und erhielt die kreisfreie Stadt Eisenach und den nördlichen Wartburgkreis in seinen Verantwortungsbereich. Außerdem ist die saisonal bedingte Zurückhaltung in der Nachfrage nach Arbeitskräften und das Auslaufen befristeter Beschäftigung durch die Urlaubs- und Ferienzeit im Dienstleistungs- und Zeitarbeitssektor stärker zu spüren als in Handwerk und Industrie. „Dieser Anstieg ist dennoch niedriger als im Vorjahr“, stellt Agenturchef Gold fest.
Ein Blick auf die Personengruppen im Vorjahresvergleich zeigt mit Ausnahme bei den Menschen mit Behinderung (Zunahme um 0,9 Prozent) einen durchschnittlichen Rückgang von 1,3 Prozent. Besonders profitierten davon die Jugendlichen von 15 bis unter 25 Jahren und auch die Langzeitarbeitslosen. Die aktuelle Unterbeschäftigungsquote, also die Größe der theoretischen Arbeitslosigkeit unter Berücksichtigung laufender Maßnahmen stieg zum Juni 2012 von 8,1 Prozent geringfügig auf 8,2 Prozent an.
Der Ausbildungsstellenmarkt zählt seit Beginn des Berichtsjahres 2.284 gemeldete Bewerber zu 2.771 erfassten Ausbildungsstellen. „Kritisch ist das Verhältnis von derzeit noch 623 unversorgten Bewerbern auf 1.113 unbesetzte Ausbildungsstellen“, so kommentiert Gold die aktuelle Lage. Die Spannbreite der Arbeitslosigkeit bewegt sich von 3,9 Prozent in der Geschäftsstelle Sonneberg bis 7,6 Prozent in Meiningen und Suhl.