Gera (pt) - Am 7. Juli wird wieder die Veranstaltung "Rock für Deutschland", welche von NPD-Stadtratsmitglied Gordon Richter organisiert wird, in Gera stattfinden. Dabei werden wieder mehrere Bands auftreten, welche rechtes Gedankengut in ihrer Musik zum Ausdruck bringen. Seitens der politischen Führungsspitze in Gera wurde noch kein passendes Mittel zur Bekämpfung der Veranstaltung, welche eindeutig das Image von Gera negativ beeinflusst. Noch immer hat es den Ruf, eines der größten Veranstaltungen der rechten Szene in Deutschland zu sein.
Geraer Bürger und Freunde demonstrieren 2011 gegen das Nazi-Konzert "Rock für Deutschland" in Gera.
© Foto: Peter Thiele
Die kürzlich vom Stadtrat beschlossene Satzungsänderung für die Spielwiese wird zeigen, welche Auseinandersetzungen auf die Politiker zu kommen oder ob es Früchte tragen wird. Schon im letzten Jahr hatte NPD-Stadtratsmitglied Richter den Hofwiesenparkplatz als alternative Veranstaltungsfläche angemeldet, um dann doch kurzfristig auf der Debschwitzer Spielwiese das Nazi-Konzert durchführen zu können.
Erschreckend ist nach wie vor, die geringe Beteiligung der Geraer Bürger an den Gegendemonstrationen bisher. Von den gut 98.000 Einwohner trauten sich gerade einmal knapp 2.000 auf die Straße. Davon kamen sehr viele Unterstützer von ausserhalb. Eventuell mag sich der ein oder ander von Ihnen schön reden, "es lag es am bisherigen Veranstaltungsdatum im August, da war ich Urlaub und musste mir das nicht antun". In diesem Jahr kann das keine Ausrede sein, da die Ferien 20 Tage später erst beginnen. Hier wird sich zeigen ob den Geraer Bürgern der Ruf ihrer Stadt wichtig ist oder es ihnen egal ist, dass man Gera als eine Hochburg der Nazis in Thüringen bezeichnet. Die die zur Oberbürgermeister Wahl von einem neuen Aufbruch gesprochen haben, können das nicht nur wirtschalftlich so gemeint haben. GEMEINSAM für ein neues Gera bedeutet auch, dass die sozialen Auspekte für Investoren eine wichtige Rolle spielen! Keiner wird in eine Stadt gehen, die einen zweifelhaften Ruf genießt (vor allem keine aus anderen europäischen Ländern).
Eine Variante der Ausrede ist die der Angst vor Ausschreitungen oder aber die das man vielleicht Freunde unter den Nazis sehen könnte. Also sieht man vielleicht doch lieber weg und umgeht nervige Diskussionen bei der nächsten Begegnung. Das liegt aber auch an jedem selbst und wie Selbstbewusst ein jeder von uns sein kann. Hilfreich ist definitiv, dass einige bekannte Geraer mit gutem Beispiel voran gehen! Die Frage ist nur: WER traut sich etwas für Gera, seine Heimat zu tun?
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