Gera (sv) - Mit der Eröffnung der Sonderausstellung „RAYDIATOR“ der Künstlerin Ria Patricia Röder in der Kunstsammlung Gera am 24. Mai fördert die Otto-Dix-Stadt Gera erneut junge zeitgenössische Kunst.
Ria Patricia Röder mit Studentinnen der Friedrich-Schiller-Universität Jena vor einem ihrer Fotogramme Fotos: Stadtverwaltung
© Fotos: StadtverwaltungDie 1983 im niedersächsischen Verden (Aller) geborene Foto- und Videokünstlerin mit portugiesischen Wurzeln studierte Medienkunst und Bildende Kunst in Karlsruhe, Berlin und Wien. 2011 war sie Artist-in-Residence-Stipendiatin der Stadt Gera. Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse der im Rahmen des Künstlerförderprogrammes „Artist-in-Residence“ der Stadt im Jahr 2011 entstandenen Arbeiten. Bis zum 1. Juli werden ihre Werke in einer Einzelausstellung gezeigt. Im Fokus stehen die neuen großformatigen Farbfotogramme der Serie „RAYDIATOR“. In dieser Serie belichtet Ria Patricia Röder mit verschiedenen selbstkonstruierten Lichtquellen direkt auf Fotopapier. Auf diese Weise schreibt sie ohne Kamera die Spuren von Körpern und Gegenständen in die lichtempfindliche Papieremulsion ein und entwickelt so leuchtende und collagenartig erscheinende Fotogramme, die bis zu einer Seitenlänge von über zwei Metern reichen. Fotogramme entstehen durch ein spezielles kameraloses fototechnisches Verfahren, das die Geschichte der Fotografie begleitet und schon bei den viktorianischen Fotopionieren des 19. Jahrhunderts angewendet wurde. Zu den wichtigen Impulsgebern des vielschichtigen experimentellen Aufbruchs im Medium Fotografie des 20. Jahrhunderts gehört in diesem Zusammenhang der US-amerikanische Künstler Man Ray. Dessen Name hat sie mit dem Titel ihrer Farbfotogrammserie verwoben und damit zugleich die Herkunft, Wiederaufnahme und Weiterführung der Traditionslinie signalisiert. Das ist für sie Ausgangspunkt in der Suche nach der Zuspitzung und Erweiterung fotografischer Bildmöglichkeiten. Im Mittelpunkt der Kunst von Ria Patricia Röder stehen der Mensch und die Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur. Mit den Farbfotogrammen der RAYDIATOR-Serie bewegt sich die Künstlerin zielgerichtet zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion und schafft eine spannungsvolle Verbindung zwischen Fotografie und Malerei. Die schrill-leuchtende Farbigkeit ihrer Arbeiten steht der expressiven Malerei und ebenso virtuellen Computerbildern, Airbrush- und Graffiti-Pieces der Street-art nahe. Mit ihren großformatigen Werken der RAYDIATOR-Serie hat Ria Patricia Röder durch geometrische Bildelemente und Farbräume eine Erweiterung der Ganzkörperfotogramme entwickelt, deren dynamische Bildwirkung durch die Farbgebung und die meist ausladenden und agilen Bewegungsgesten ihrer Figuren noch gesteigert wird.
Die Förderung junger zeitgenössischer Kunst ist ein Aspekt der kulturellen Aktivitäten der Otto-Dix-Stadt Gera. Ein wichtiges Projekt dafür ist das im Jahre 2007 in Gera begründete Künstlerförderprogramm „Artist-in-Residence“. Es kann dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Geraer Bank eG auch weiterhin durchgeführt werden. Anliegen dieses Künstlerprogramms ist es, einerseits jungen künstlerischen Positionen einen für die eigene Arbeit nutzbaren Studien- und Arbeitsaufenthalt in der Geburtsstadt des bedeutenden kritischen Realisten Otto Dix zu ermöglichen. Andererseits sollen der Austausch künstlerischer Erfahrungen mit der hiesigen Kunst- und Kulturszene befördert werden. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit Begleittexten von Holger Peter Saupe (Leiter der Kunstsammlung Gera) und Matthias Harder (Helmut Newton Stiftung Berlin). Der Katalog wurde durch Unterstützung der Geraer Bank eG, der POG Präzisionsoptik Gera GmbH, der SRH Wald-Klinikum Gera GmbH, der Jurke GmbH & Co.KG und der Druckhaus Gera GmbH möglich.
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