Heinrich-Roth-Gesamtschule Bodenfelde

„Hey, Käpt’n, unser Schiff geht gleich unter!“ - Segeltour auf dem Ijselmeer

Bodenfelde/Harlingen (usj) - Da waren sich die Achtklässler ganz sicher. Gleich ist es soweit. Die Reling lag Steuerbord schon unter Wasser und die Schüler flüchteten aufs Hauptdeck. „Immer mit der Ruhe, das passt schon“, beschwichtigte Kapitän Aart von der „Suydersee“ seine „Leichtmatrosen“. „Hauptsache, ihr haltet euch ordentlich fest. Und denkt immer daran: Eine Hand für den Mann und eine Hand für das Schiff.“ Und er behielt Recht.

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Großartige Erfahrungen sammelten die Achtklässler auf ihrer Segeltour.

© Foto: Privat

Alle Schüler des achten Jahrganges der Heinrich-Roth-Gesamtschule Bodenfelde (IGS) überlebten die stürmischen Tage auf dem Ijsselmeer unbeschadet. Zusammen mit ihren Lehrern setzten und rafften sie Segel, schossen Leinen auf, drehten den Schiffsbug durch den Wind und ließen sich trockenfallen. So manch‘ zarte Kinderhand wurde dabei erstmals ernsthaft beansprucht. „Lasst die Seile nicht durchrauschen, sondern gebt Stück für Stück nach“, mahnte Maat Dominik immer wieder. Ja, Erfahrung macht klug.

Sechs erlebnisreiche Tage lang trotzten die Schüler Wellen, Wind und Regen auf den alten Traditionsschiffen mit ihren imposanten Masten und Segeln. Zusammen mit der „Waddenzee“ und der „Store Baelt“ segelte die „Suydersee“ vom Heimathafen Harlingen aus nach Terschelling, Enkhuizen und Makkum. Dabei gab es tagsüber nur den Weg nach oben ans Deck. Selbst das vereinzelte Gejammer: „Es regnet, uns ist kalt, mir ist langweilig!“ stimmte weder Käpt’n noch Lehrer um. „Das Seemannsleben, ist hart und entbehrungsreich. Atmet durch. Ihr schafft es. Neptun wird stolz auf euch sein.“ Na, der Kapitän wird es wohl wissen.

„Hurra, endlich geht’ s ins Wasser!“, ertönte dann aber der einstimmige Jubel, als die Skipper ihre Schiffe auf Grund setzten - tidenbedingt durch den sinkenden Wasserstand an einer flachen Stelle im Meer. Ganz schnell wurden aus den Jugendlichen wieder kleine Kinder, die sich mit unermüdlicher Begeisterung schlickigen Wattboden um die Ohren warfen.

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© Foto: Privat

Gesitteter ging es dann wieder in der Kombüse zu. Da die Schüler für ihre Verpflegung selbst verantwortlich waren, gab es für viele Überraschungen: „Was, das sollen wir alles einkaufen? Wir wollen doch nicht überwintern!“ Aber siehe da, am nächsten Morgen waren die „riesigen“ Vorräte dann doch verschwunden. Seeluft macht eben hungrig. Zum Glück gab es ja aber auch die abendlichen Landgänge. Mengen von Knabbereien und leckeren Getränken wurden gebunkert - natürlich an den „gestrengen“ Augen der Lehrer vorbei: „Die müssen ja nicht alles wissen.“

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© Foto: Privat

Ob es den Schülern gefallen hat? Man weiß es nicht genau. Schließlich standen Computer, Facebook und Muttis-Rundumversorgung eine Woche lang nicht zur Verfügung. Aber das herzliche und lautstarke „Auf Wiedersehen und Danke für alles“ klang eindeutig: Es war ein Erlebnis, unvergleichlich und einmalig. Und deshalb sagen Schüler und Lehrer gemeinsam: „Hartelijk dank!“

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