71 Prozent der Deutschen halten die Ehe für zeitgemäß

Ehen werden im Himmel geschlossen – müssen aber auf Erden halten

Die überwältigende Mehrheit der in Deutschland lebenden Menschen hält die Ehe nach wie vor NICHT für ein Auslaufmodell, sondern für absolut zeitgemäß. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter mehr als 1.000 Personen. Etwa 71 Prozent der Befragten befürworten ein Leben mit Trauschein, nur 28 Prozent sagen Nein dazu. Die größte Gefahr für den Fortbestand einer Ehe ist ein Seitensprung. 46 Prozent gaben an, die Untreue des Partners bedeute einen massiven Vertrauensverlust. 30 Prozent hingegen meinten, nicht die Untreue, sondern die Entfremdung der Partner voneinander sei der eigentliche Knackpunkt für eine Ehe. In der Altersgruppe der 30- bis 60-Jährigen ist die Begeisterung für die Ehe allerdings deutlich geringer ausgeprägt als bei den Jüngeren oder Älteren. 

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„Wir gehören zusammen!“: Für den Großteil der Paare ist der Entschluss, zu heiraten, in erster Linie ein Liebesbeweis.

© Foto: Foto-Studio-Neumann. Apolda

Liebesbeweis

Die repräsentative Umfrage ergab eine Fülle von weiteren interessanten Erkenntnissen. Für 86 Prozent der Paare ist der Entschluss, zu heiraten, in erster Linie ein Liebesbeweis. In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen – im Durchschnitt ist die Braut heute bei ihrer (ersten) Eheschließung etwa 30 Jahre alt, ihr Bräutigam zwischen zwei und drei Jahre älter –  schließen sich sogar 90 Prozent dieser Aussage an. 83 Prozent der Befragten verbinden denn auch mit der Eheschließung ein Signal nach außen: „Wir gehören zusammen!“

Für 19 Prozent der Befragten ist nicht die Untreue des Partners oder der Partnerin oder die gegenseitige Entfremdung der Faktor, der eine Ehe am meisten bedroht, sondern der Streit um finanzielle Angelegenheiten. Mögliche Auseinandersetzungen um die Kindererziehung spielen hingegen mit vier Prozent kaum eine Rolle.

 

Namens-Frage

In der Frage, ob ein Ehepaar den gemeinsamen Namen tragen, die bisherigen Namen kombinieren oder jeder seinen bisherigen Namen behalten sollte, ergab die Umfrage ein eindeutiges Meinungsbild: 69 Prozent finden, dass Verheiratete einen gemeinsamen Namen tragen sollten. Nur zehn Prozent votierten für den Doppelnamen, weitere zehn Prozent dafür, dass Mann und Frau auch nach der Heirat ihren Geburtsnamen tragen.

Während die Mehrheit in Deutschland im Hinblick auf den Familiennamen sehr traditionell denkt, zeigten sich die Menschen bei der Frage deutlich aufgeschlossener, ob das Paar einen Trauschein haben sollte, bevor es Kinder bekommt. 54 Prozent halten das nicht für nötig; in den neuen Bundesländern finden sogar 70 Prozent der Befragten, dass der Nachwuchs auch vor der Hochzeit kommen dürfe. Im Osten Deutschlands ist mittlerweile die Mehrheit der Geburten unehelich. Nichteheliche Lebensgemeinschaften und ledige Mütter sind hier ganz selbstverständlich – viel selbstverständlicher als im Westen.

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