Verwaltungsgemeinschaft "Feldstein" (HH) – 16 hier zusammengeschlossene Dörfer haben sich nach einem geologischen Naturdenkmal nahe der Werra benannt. Der Basaltfelsen ist nicht nur beeindruckend, unter ihm lässt es sich auch trefflich feiern.
Seit über hundert Jahren pilgern ganz früh am Pfingstmontag die Massen auf den von weitem eher unscheinbaren Berg. Auf seinem Gipfel aber thront ein mystischer Felsen, den ein Vulkan vor 15 Millionen Jahren und der Bergbau der vergangenen Jahrhunderte hinterlassen haben. Er zog die Menschen schon immer magisch an und natürlich haben sie ihn mit einer Sage bedacht: Den riesigen Stein habe der Teufel vor Wut auf die Erde geschleudert, weil er sich um eine Wette betrogen fühlte. Ein böser Ritter auf den nahen Gleichbergen wollte seine Tochter einem edlen Recken nicht zur Frau geben. Um sich zu schützen, überredete er den Teufel, über Nacht seine Burg mit einem dreifachen unüberwindlichen Steinwall zu umgeben. Wenn er es bis zum ersten Hahnenschrei schaffen würde, sollte er die Tochter als Preis bekommen. Der Teufel hatte ganz schön zu schuften, aber im Morgengrauen flog er schon mit dem gewaltigen Schlussstein an. Die Amme aber schlich sich mit einer Kerze in den Hühnerstall und der Hahn fing an zu krähen. Der Teufel schmiss den Stein zu Boden und holte sich statt der Jungfrau den alten Haudegen. Das alles aber schreckt die Menschen heute nicht mehr ab. Manchmal kommen Pfingsten bis zu 2000 Leute auf den Teufelsstein, wie der Basalt auch genannt wird. Das Volksfest mit Blasmusik, Bier und Bratwurst hat sich als feste Tradition in der Region verankert. Nur zu DDR-Zeiten gab es mal eine kurze Pause: Immer mehr Hippies von Rostock bis Suhl waren zum Feiern angereist, was den Ansässigen auf die Nerven ging. Als die wegblieben, ging es munter weiter. Übrigens ist der Spuk am Nachmittag wieder vorbei. Der imposante Fels im Wald liegt ruhig und verlassen da, als wäre nichts gewesen. Er gehört übrigens – amtlich anerkannt - zu den bedeutendsten Geotopen Deutschlands.
Lengfelder und Gäste auf sagenumwobenen Hausberg
© HH
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