Deutschlandweit einmaliges Begleitprogramm

Hilfe beim Studienstart für internationale Studierende

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Maryam Sami musste vor ihrem Studium bereits einige Herausforderungen meistern. Nun ist sie froh, bei ihrem Studienstart Unterstützung zu bekommen.

© Foto: privat

Holzminden (ozm) - Nicht nur in Pandemie-Zeiten ist der Studienanfang eine Herausforderung. Das Hochschulumfeld, das selbstständige Lernen und die Studienorganisation sind für alle Erstsemester zunächst einmal neu. Für Studierende mit einem internationalen Hintergrund können diese Herausforderungen zu einem echten Problem werden. An der HAWK gibt es darum seit kurzem das Programm HAWK Start plus, das Nachteile beim Studienstart ausgleichen soll.
Internationale Studierende können durch HAWK Start plus Lerninhalte der ersten beiden Semester in drei oder vier Semestern absolvieren. Damit gewinnen sie in den ersten Semestern Zeit, um sich besser im Studium zu orientieren und sich auf das weitere Studium vorzubereiten. Denn die zusätzliche Zeit nutzen die Studierenden für Kurse und Angebote, die zu einem gelingenden Studium beitragen.
„Wir haben vor allem durch unser Projekt HAWK open für Studierende mit Fluchthintergrund festgestellt, dass viele internationale Studierende sehr große Herausforderungen bewältigen müssen“, berichtet Dr. Frauke Drewes, Koordinatorin von HAWK open und Mitarbeiterin bei HAWK Start plus. „Sie müssen in einer Fremdsprache studieren und kennen das Studiensystem nicht.“ Dazu kämen häufig mangelnde Computerkenntnisse und es fehlten grundlegende Kenntnisse in wissenschaftlicher Arbeit, die an deutschen Hochschulen vorausgesetzt werden. „Ohne Unterstützung ist das dann fast gar nicht zu schaffen.“ Aus diesen Erfahrungen heraus konzipierten Drewes und ihre Kollegin Nina Geelhaar gemeinsam mit ihrem Team das Programm HAWK Start plus.
17 HAWK-Studierende nehmen schon an dem Programm teil und haben bei der ersten Evaluation des Projekts bereits positive Rückmeldungen gegeben. Eine von ihnen ist Maryam Sami. Sie kam vor vier Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Um hier ein Studium zu beginnen, musste sie nicht nur Deutsch lernen, sondern auch noch einmal die Schule besuchen. Ihr Schulabschluss aus Afghanistan wurde in Deutschland nicht anerkannt. Doch Sami ließ sich nicht entmutigen, besuchte ein Studienkolleg und begann anschließend ihr Studium der Sozialen Arbeit an der HAWK – zuerst als Gasthörerin, dann als immatrikulierte Studentin.
Gleichzeitig mit ihrer Gasthörerschaft startete auch das Programm HAWK Start plus und so konnte sie von Anfang an von der Unterstützung profitieren. „Ich habe schnell gemerkt, dass die Sprache, die ich in den Deutschkursen gelernt habe und die wissenschaftliche Sprache ganz anders sind,“ erinnert sie sich an ihre erste Zeit an der Hochschule. „Start plus hat mir zum Beispiel sehr geholfen, auch wissenschaftliche Texte zu verstehen.“
Aber nicht nur die Sprache kann eine Schwierigkeit sein. „Für internationale Studierende ist erst einmal alles neu“, erklärt Sami. „Das Studium in Deutschland hat eine andere Struktur und ein anderes Konzept als in anderen Ländern. Mit dem Programm hat man länger Zeit, sich daran zu gewöhnen und die Struktur kennenzulernen.“ Wichtigster Bestandteil von HAWK Start plus sind darum die verpflichtenden Kurse und Beratungsangebote, die die Studierenden absolvieren müssen. Je nach Studiengang können das Deutschkurse in der Fachsprache sein, Computerkurse oder Kurse zu Studienorganisation und interkultureller Kommunikation.
Aktuell können internationale Studierende der ersten Semester an den Standorten Hildesheim und Holzminden in fast allen Studiengängen an dem Programm teilnehmen. Auch am Standort Göttingen soll es bald ein Angebot geben. Maryam Sami würde HAWK Start plus auf jeden Fall weiterempfehlen: „Besonders für Menschen, die erst wenige Jahre in Deutschland leben, ist es sehr hilfreich, um das Studium zu gestalten und sich an der Hochschule zu integrieren.“

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