Gemeinde Oberland am Rennsteig

Südthüringen (NIZ Spechtsbrunn) - Nördlich der Kreisstadt Sonneberg liegt die Gemeinde Oberland am Rennsteig mit ihren Ortsteilen Spechtsbrunn, Hasenthal, Vorwerk, Haselbach, Schneidemühle, Friedrichsthal, Eschenthal, Georgshütte, Blechhammer und Hüttengrund. Anmutige Täler, Reichbewaldete Höhen und artenreiche Bergwiesen prägen ein Erholungsgebiet im Thüringer Schiefergebirge und im Naturpark Thüringer Wald. Die Gemeinde erstreckt sich von den geschützten Tallagen mit 430 m über NN bis hinauf zum sagenumwobenen Rennsteig auf 770 m Meereshöhe. Der Sitz der Gemeindeverwaltung ist in Haselbach.
Die Gemeinde Oberland am Rennsteig existiert seit dem 01.01.1997. Auf einer Fläche von 39,22 km² wohnen aktuell 2306 Einwohner. Bürgermeister der Gemeinde ist Wolfgang Wiegand.

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Rathaus der Gemeinde Oberland am Rennsteig © Uta Baumfelder

Die Geschichte unserer Bergdörfer ist spannend und sehr verschieden. Wasser- und Holzreichtum ließen in den vergangenen Jahrhunderten Hochöfen zur Verhüttung von Eisenerz entstehen, ein Eisenwalzwerk modernster Art Anfang des 19. Jahrhunderts betreiben, eine Saigerhütte gründen und Roh- zu Garkupfer verarbeiten. Die Glasindustrie fand ihren Aufschwung. Glashütten gaben Lohn und Brot in Haselbach. Geologisch steht der Schiefer in den Orten Haselbach, Hasenthal und Spechtsbrunn an. Im Speziellen ist es der Griffelschiefer. Generationen von Griffelmachern verdienten dabei kargen Lohn. Mit den Staatlichen Großhütten im Langebach bei Hasenthal und auf dem Brand, wurde die industrielle Produktion dieser Schreibgeräte eingeführt. Zeitzeugen dieser Epoche sind heute in den Wäldern noch reichlich zu finden. Entlang der Thüringisch-Fränkische Schieferstraße gibt es viele Informationen.
In der Gemeinde Oberland am Rennsteig konnten sich viele Unternehmen im mittelständischen und im handwerklichen Bereich ansiedeln. Das Produktionsprofil umfasst die glas- und kunststoffverarbeitende Industrie, die Verpackungsindustrie, sowie den Maschinenbau. Das größte Gewerbegebiet befindet sich in Spechtsbrunn. Mit dem Hartsteinwerk Hüttengrund und seiner Produktion von Baustoffen und Zuschlagstoffen aus der Grauwacke hat Oberland einen hochleistungsfähigen Betrieb in dieser Branche. Zu einer guten Infrastruktur gehören außerdem die Staatliche Grundschule Hasenthal, drei Kindergärten, drei Ortsfeuerwehren, einen Jugendclub, und mehrere, teils mobile, Versorgungseinrichtungen für Waren des täglichen Bedarfs. Dazu gehören auch die vielen Handwerksbetriebe. Deren Leistungen werden von den Bürgern gern in Anspruch genommen. Dank einer regen Vereinstätigkeit von insgesamt 17 eingetragenen Vereinen und weiteren Interessengruppen wird das kulturelle, sportliche und gesellige Leben in Oberland am Rennsteig gepflegt.
In der Gemeinde Oberland am Rennsteig hat der Tourismus einen gebührenden Stellenwert. In den Orten Hüttengrund, Blechhammer, Haselbach und Spechtsbrunn gibt es Ferienwohnungen, Ferienhäuser, private Gästezimmer, Gasthäuser mit Pensionen und ein Feriendorf mit Finnhütten.
Die touristische Arbeit wird durch das Naturparkinformationszentrum Spechtsbrunn koordiniert. Wir verstehen uns als Tor zu den Regionen, wollen die Vielfalt und die Möglichkeiten des Thüringer Waldes, des Thüringer Schiefergebirges und des Oberen Frankenlandes den Gästen vermitteln. Auf der „Kalten Küche“, dem Standort des Naturparkinformationszentrums, treffen viele Wege, Straßen, und politische Grenzen zusammen. Der Rennsteig verbindet sich mit den Wegen am „Grünen Band“ und quert die Alte Heer- und Handelsstraße Nürnberg – Leipzig. Neue Themen kommen ständig hinzu. So laufen die Pilger, die die Via Porta von Volkenroda nach Waldsassen bewältigen auf dem Rennsteig durch Spechtsbrunn, so soll der Lutherweg an den deutschen Reformator, der nachweislich auch die Handelsstraße benutzt hat, erinnern. Die Naturparkroute Thüringer Wald verbindet mit zahlreichen Angeboten die Orte in unserer Region.
Eine besondere Sehenswürdigkeit und ein Ort zum Verweilen ist die Matthäuskirche in Spechtsbrunn. In den Jahren 1992 bis 2008 wurden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen durchgeführt. Auch die wunderbare spätbarocke Innenausgestaltung wurde wieder hergestellt, die Inschrift des 23. Psalms an den Emporen erneuert. Möglich geworden waren die sehr kostenintensiven Baumaßnahmen durch die deutsche Stiftung Denkmalschutz und der von ihr treuhänderisch verwalteten „Spechtsbrunner Stiftung“. Die Kirchweihe und Namensgebung erfolgte am 21. September 2008. Eine Besichtigung ist jederzeit möglich. Im Gasthaus „Rennsteig“ wird der Schlüssel gern ausgehändigt.

In der „weißen Jahreszeit“ ist Spechtsbrunn ein beliebtes Ziel für Wintersportler, Familien und Sonnenhungrige. Wir tragen dem gern Rechnung und bieten Skiwanderwege, Winterwanderwege und eine Rodelbahn an. Das Skigebiet oben auf dem Brand ist schneesicher bis zum Frühjahr. Der Skiwanderweg „Deutsche Einheit“ verbindet unsere Skiwege mit den oberfränkischen Skiwegen.

Die Rucksackschule „Vom Todesstreifen zum Lebensraum“ möchte Schüler im Grundschulalter und Familien ansprechen, eine Wanderung am „Grünen Band“ zu unternehmen. Auf dieser Tour werden Fauna und Flora untersucht und die Geschichte hautnah und zum Anfassen erlebt. Auch die Audioroute mit vielen Beiträgen und Erlebnisberichten möchte wider das Vergessen ein Zeichen setzen.

Für den Inhalt des Textes ist der oben angegebene Bürgerreporter verantwortlich.

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