Holzminden (kai) - Bei Bauarbeiten wurde am Montagabend eine fünf Zentner schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt. Die Bombe hat einen Säurezünder und liegt zwei Meter tief im Boden, in der Nähe des Eingangs zum Neukauf-Supermarkt in der Gartenstraße. Einsatzkräfte der Holzmindener Polizei haben das Gelände abgesperrt, um die Bevölkerung zu schützen.
Bombe in Holzminden: Polizeioberkommissar Henning Steingräber achtet auf die Sicherheit der Bürger. Das Gelände ist abgesperrt. Zwei Meter tief im Boden liegt die Fliegerbombe.
© Foto: ReinboldEine Überprüfung hatte ergeben, dass die Bombe nicht abtransportiert werden konnte, sondern vor Ort entschärft werden muss. Ab 17 Uhr wurde der Gefahrenbereich weiträumig abgesperrt, gegen 18 Uhr hatten Experten begonnen, die Fliegerbombe unschädlich zu machen.
"Etwa um 19.55 Uhr wurde die Bombe entschärft. Die Bürger sind schon wieder auf dem Heimweg, die Sicherheitszone ist aufgehoben", erzählt Jörn Schedlitzki, Pressesprecher der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden. Viele kranke und ältere Menschen benötigten bei der Evakuierung Hilfe, sodass es zu vermehrten Krankentransporten kam. Deshalb hatte die Entschärfung der Bombe mit leichter Verzögerung begonnen.
Zunächst mussten alle Bewohner im Umkreis von 1.000 Metern evakuiert werden. Die Sicherheitszone umfasste das Gebiet vom Jugendgarten bis zum Werk "Nord" der Firma Stiebel-Eltron und vom Stahler Ufer bis zum Symrise-Werk "Weser". Seit 12 Uhr wurde die Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen über das aktuelle Geschehen informiert. Die Einsatzgruppe mit Vertretern der Stadt, Polizei und weiteren Hilfskräften hatte um 13.30 Uhr das weitere Vorgehen besprochen.
Eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Montagabend, 16. Mai, bei Bauarbeiten in Holzminden freigelegt. Spezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Zentralen Polizeidirektion in Hannover haben die Bombe am Dienstagabend gegen 19.55 Uhr entschärft.
© Kai ReinboldAb 14.30 Uhr wurden etwa 10.000 Holzmindener Bürger vorsorglich evakuiert. Sammelstellen waren in der Liebigstraße (Sporthalle), im Schulzentrum und in der Sporthalle Grimmenstein, bei den Berufsbildenden Schulen in der Liethstraße, bei der Bundeswehr in der Bodenstraße und auf dem Parkplatz der Firma Stiebel-Eltron im Lüchtringer Weg eingerichtet.
Im Verlauf des Nachmittags wurden die Holzmindener Schulen und Einzelhandelsgeschäfte geschlossen. Drei zusätzliche Hundertschaften der Polizei wurden zur Unterstützung der örtlichen Einsatzkräfte angefordert.
"Wir hoffen alle, dass dabei niemand verletzt oder beeinträchtigt wird", so Bürgermeister Jürgen Daul in einer ersten Stellungnahme am Dienstagmorgen. Polizeioberkommissar Henning Steingräber kann sich an keinen vergleichbaren Vorfall erinnern: „Das ist das erste Mal in Holzminden", so Steingräber.
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