Unruhen nach Verhängung von Spielverbot gegen Club

13-Jähriger bei Fußballkrawallen in Ägypten getötet

Kairo (AFP) - In Ägypten ist bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Fußballfans ein Junge getötet worden. Dem 13-Jährigen sei bei den Unruhen in der Nacht zum Samstag in der Hafenstadt Port Said in den Rücken geschossen worden, berichtete die amtliche Zeitung "Al-Ahram". Weitere 18 Menschen seien verletzt worden, die meisten durch Tränengas.
Sarg mit Leiche des Getöteten bei Protest in Port Said Bild anzeigen
Sarg mit Leiche des Getöteten bei Protest in Port Said © AFP

Auslöser der Zusammenstöße war dem Bericht zufolge die Entscheidung des ägyptischen Fußballverbands, wegen der tödlichen Krawalle Anfang Februar ein Spielverbot gegen den örtlichen Fußballclub Al-Masry zu verhängen. Der Verband entschied zudem, alle Spiele in dem Stadion von Port Said für drei Jahre zu verbieten.

Nach den Ausschreitungen in der Nacht blockierten am Samstag Fußballfans aus Protest gegen die Entscheidungen die Straßen nach Port Said. Vor der Hafenstadt bildeten sich kilometerlange Autoschlangen.

Am 2. Februar waren nach dem Ende eines Spiels zwischen Al-Masry und dem Kairoer Tabellenführer Al-Ahly in Port Said Krawalle ausgebrochen, bei denen mehr als 70 Menschen getötet wurden. Die Krawalle lösten blutige Proteste und Unruhen in Kairo aus, bei denen weitere 16 Menschen ums Leben kamen. Insgesamt 75 Menschen müssen sich nun wegen der Gewalt verantworten, darunter neun Polizisten und drei Vereinsfunktionäre von Al-Masry. Zwei Minderjährige sollen vor ein Gericht für Kinder.

Militante Anhänger von Al-Ahly hatten eine zentrale Rolle bei den Protesten gespielt, die im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak führten. Viele Kritiker vermuten, dass die blutigen Fußballkrawalle in Port Said ein Jahr später von der Polizei oder Mubarak-Anhängern aus Rache angezettelt wurden.

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