Fahrradsternfahrt als Protest gegen das Atomlager

250 Radler mit „brisanter“ Fracht

Von Peter Vössing
Beverungen/Bad Karlshafen/Würgassen – Es ist genau ein halbes Jahr her, dass die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) in einer Pressekonferenz verkündete, in Würgassen ein riesiges Lager für radioaktiven Müll zu bauen.

Bild anzeigen

Ca. 250 Radler trafen sich zur Kundgebung auf dem Parkplatz des ehemaligen AKW.

© Foto: Vössing

Das hatte der Verein „Atomfreies Dreiländereck“ zum Anlass genommen, eine Fahrradsternfahrt zu organisieren.
Ca. 250 Gegner des Projektes waren zum Fahrradkorso gekommen, um ihren Unmut zu äußern. Zwei Startpunkte, das ZOB Beverungen und das Rathaus in Bad Karlshafen, waren Ausgangspunkte für die Fahrt. Gegen eine Spende erhielten die Teilnehmer dort ein fertiges „Atompaket“. Viele hatten auch eigene selbst gebastelte Gebinde dabei.

Bild anzeigen

Die „Atompäckchen“ wurden im „Popup-ZBL“ gelagert.

© Foto: Vössing


Von den beiden Treffpunkten aus startet die Stern-Tour des „1. Weißgrauer Atomtransports“ in Richtung Würgassen zum Parkplatz des ehemaligen AKW. Dort versammelten sich die Protestler vor dem 1. Sicherheitstor zum Abladen der Atompakete an einem „Popup ZBL“.
Dirk Wilhelm, Vorsitzender des Vereins „Atomfreies Dreiländereck“ freute sich über die große Resonanz der Aktion. „Ich hatte eigentlich nur 60 bis 80 Teilnehmer erwartet und angemeldet. Das musste ich noch einmal nach oben korrigieren.“

Bild anzeigen

Vereinsvorsitzender Dirk Wilhelm informierte über das geplante "Bereitstellungslager".

© Foto: Vössing


Auf einem „Atomfass“ stehend informierte Dirk Wilhelm über das Lager mit gigantischen Ausmaßen. Auffällig für ihn war, dass hauptsächlich die Generation über 35 Jahren bei der Protestveranstaltung dabei war. „Vielleicht fühlen sich die Jüngeren noch nicht angesprochen. Wir müssen noch schauen, woran das liegt“, erklärte der Vereinsvorsitzende selbstkritisch.
Bei der Veranstaltung wurden dann noch Aufnahmeformulare für den Verein als förderndes Mitglied verteilt. „Neben den von uns in Auftrag gegebenen Gutachten wird es vielleicht auch eine gerichtliche Auseinandersetzung geben. Dafür brauchen wir jeden Euro“, forderte Dirk Wilhelm zum Spenden auf.
Im Anschluss löste sich dann die Kundgebung auf und jeder nahm sein Päckchen mit, um es seinem persönlichen „Endlager“ zuzuführen.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder