Der als jahrelanger "Wetten, dass..?"-Moderator zur Fernsehlegende gewordene Gottschalk war zu Jahresbeginn vom ZDF zur ARD gewechselt und dort am 23. Januar erstmals am Vorabend auf Sendung gegangen. Nur mit der ersten Ausgabe erreichte "Gottschalk live" die anvisierte Einschaltquote im zweistelligen Bereich, danach stürzte der Zuschauerzuspruch auf teilweise deutlich unter fünf Prozent ab. Auch ein neues Sendungskonzept änderte daran nichts.
Piehl erklärte, die geringe Publikumsresonanz sei der Auslöser für die Einstellung. Mit der Entscheidung griffen die ARD-Intendanten ihrer Sitzung am kommenden Montag und Dienstag in Frankfurt am Main vor, für die Beratungen über die Zukunft von "Gottschalk live" erwartet worden waren.
Piehl erklärte, sie finde es "schade, dass 'Gottschalk Live' beim Publikum nicht den Zuspruch gefunden hat, den wir diesem Format alle gewünscht haben. Es war ein Experiment, auf das sich Thomas Gottschalk mit seiner ganzen Persönlichkeit eingelassen hat." Gottschalk sei mit der ARD das Wagnis für ein neues Sendekonzept eingegangen. "Wir werden nun in aller Ruhe gemeinsam über eine Zusammenarbeit in anderer Form nachdenken."
In der von der ARD verbreiteten Erklärung zeigte Gottschalk Verständnis für die Entscheidung. "Ich nehme diese Entscheidung der Intendanten mit Bedauern zur Kenntnis, habe aber volles Verständnis dafür. Es war uns von Anfang an klar, dass wir mit diesem Format ein Experiment gewagt haben, und ich war mir des Risikos zu jeder Zeit bewusst." Über das Schicksal eines Fernsehmoderators entscheide das Publikum. Er müsse zur Kenntnis nehmen, dass es ihm nicht gelungen sei, an diesem Programmplatz genügend Zuschauer zu begeistern. Trotzdem habe ihm diese Erfahrung großen Spaß gemacht.
Die Sendung bestand vor allem aus Monologen Gottschalks zu aktuellen Themen sowie Gesprächen mit Prominenten. Sie stand allerdings von Anfang an unter schlechten Vorzeichen: So waren viele Zuschauer von der ersten Sendung auch deshalb genervt, weil diese mit vielen Werbeblöcken unterbrochen wurde. Der Versuch, soziale Netzwerke wie Facebook mit einzubinden, scheiterte ebenfalls.
In den vergangenen Wochen versuchte Gottschalk mit grundlegenden Änderungen am Aufbau des Studios und des Sendekonzepts die Einschaltquote zu heben. Er engagierte einen neuen Redaktionsleiter. Seit einigen Tagen kommt die Sendung außerdem nicht mehr live, sondern wird aufgezeichnet, weil Gottschalk sich schwer tat, die Sendezeiten einzuhalten. Alle Änderungen brachten aber keinen nachhaltigen Erfolg. So wollten die jüngste Ausgabe vom Dienstag nur 1,04 Millionen Menschen sehen, was einer Einschaltquote von 4,3 Prozent entsprach.
Noch keine Kommentare vorhanden