Wasser für Mühlengraben kommt bald aus einem Rohrsystem

Abbruch des maroden Mühlengrabenwehrs

Von Peter Vössing
Beverungen - Das Mühlengrabenwehr mutet an wie ein „Lost Place“. Der Zahn der Zeit hat an dem Bauwerk genagt. Seine Funktion, das Wasser aus der Bever in den Mühlengraben zu leiten, ist sehr eingeschränkt. Jetzt soll das Wehr abgerissen werden und der Mühlengraben über ein Rohrsystem gespeist werden.

Bild anzeigen

Vorstellung der Baumaßnahme: (v.l.) Uwe Lippenmeyer (Stadt Beverungen), Bürgermeister Hubertus Grimm, Carsten Zietz und Thomas Hoffmann (Erdbau Hake), Walter Kiefel und Michael Turk (Ingenieurbüro Turk). 

© Foto: Vössing

Das historische Wehr staut die Bever ungefähr auf eine Höhe von 2 bis 2,50 Meter an, damit der Mühlengraben Wasser erhält. Mit dem Wasser des Grabens wurden in der Vergangenheit einige Mühlen der Stadt angetrieben. Die Zeiten sind schon längs vorbei. Um den künstlich angelegten Mühlengraben weiterhin zu erhalten, bestand jetzt Handlungsbedarf. Seit ca. 10 Jahren gibt es Gedankenspiele, was mit dem baufälligen Wehr in Höhe des städtischen Beverunger Bauhofs geschehen soll. Zuletzt musste eine der Wehrtafeln ausgewechselt werden, damit der Mühlengraben überhaupt noch Wasser führen konnte.

Bild anzeigen

Das Mühlengrabenwehr wird demnächst abgerissen. Foto: Vössing

© Foto: Vössing


Mit der Politik und den Anrainern des Mühlengrabens war man sich einig, dass der Mühlengraben weiterhin erhalten werden soll. Zudem wird der Wasserlauf auch für die Ableitung des Regenwassers genutzt. „Beim Neubau eines Wehrs hätten wir Rücksicht auf die EU-Wasserrichtlinien nehmen müssen und das hätte bedeutet, eine Fischtreppe einzuplanen, damit die Bachforelle das künstliche Hindernis überwinden kann. Das wäre die teuerste Variante gewesen“, erklärte Uwe Lippenmeyer, stellv. Bauamtsleiter und Verantwortlicher für den Naturschutz bei der Stadt Beverungen. Jetzt soll ein Rohsystem ausgebildet werden, um den Mühlengraben mit Wasser zu versorgen. „Wir wollen nun das natürliche Gefälle nutzen und werden ca. 250 Meter flussaufwärts Wasser abzweigen und mit einem Rohrsystem zum Mühlengraben leiten“, erklärte Michael Turk vom zuständigen Ingenieurbüro. Das Mühlengrabenwehr wird dann abgerissen und der Bachlauf angeglichen.
„Die Umbaumaßnahme ist für die Stadt kostenfrei, da sie als Ausgleichsmaßnahme für den Windpark Twerberg genehmigt wurde“, erklärte Bürgermeister Hubertus Grimm.

Bild anzeigen

Der Mühlengraben führt im Moment nur wenig Wasser.

© Foto: Vössing


Mit der Ausführung des Bauvorhabens wurde die Firma Erdbau Hake beauftragt. „Wir werden gegen Anfang September mit der Baumaßnahme beginnen, wenn alle Schachtelemente gefertigt wurden. Bis Ende Oktober müssen wir mit allen Baumaßnahmen im Gewässer fertig sein, da dann die Laichzeit der Bachforelle beginnt“, erklärte Carsten Zietz von Erdbau Hake.
Der Bachlauf der Bever genießt Priorität. Es muss gewährleistet werden, dass der Bachlauf immer genügend Wasser für die Bachforelle aufweist. „Eines ist klar, der Wasserstand ist immer von der Regenmenge abhängig. Somit kann es schon mal vorkommen, dass der Mühlengraben nur wenig oder gar kein Wasser führt“, machte Uwe Lippenmeyer deutlich.
Im Moment führt der Mühlengraben nur wenig Wasser. Geplant ist auch, den Wasserlauf nach Abschluss der Baumaßnahme auszubaggern.

Möchten Sie diesen Artikel

Versenden Drucken
Anzeige

Diesen Artikel versenden

Absender-E-Mail:*
Empfänger-E-Mail:*
Nachricht:*

* Pflichtfelder