Auf die höchste Steigerung kamen den Angaben zufolge die Kassen im Bereich Nordrhein mit 9,3 Prozent, gefolgt von Hamburg mit sieben Prozent und Berlin mit 6,7 Prozent. In den neuen Bundesländern lag der Ausgabenzuwachs durchgehend unter dem Durchschnitt. Thüringen schaffte als einziges Land eine Verringerung, und zwar um 3,8 Prozent.
Lanz warnte auch vor Ausgabensteigerungen bei Kliniken und Praxismedizinern. Für die Krankenhäuser erhöhten sich die Kosten um rund drei Milliarden Euro auf den Rekordwert von über 63 Milliarden Euro. Auch die Honorare für niedergelassene Ärzte und Zahnärzte nähmen beständig zu. Vor diesem Hintergrund sei es vernünftig, die Überschüsse aus dem vergangenen Jahr zu sichern und für die künftige Versorgung der Versicherten zurückzulegen.
Demgegenüber bekräftigte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) seine Forderung nach Beitragsrückzahlungen der Kassen. "Wir prüfen nun, wie wir die Krankenkassen stärker unter Druck setzen können, dass sie das Geld, das sie nicht zur Versorgung der Versicherten brauchen, an ihre Mitglieder zurückgeben", sagte Bahr der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Es gebe zahlreiche Kassen, die sehr hohe Rücklagen hätten. Sie könnten an ihre Mitglieder Prämien ausschütten. "Von dieser Möglichkeit machen bislang zu wenig Kassen Gebrauch", kritisierte der Minister.
Angesichts der konjunkturbedingten Milliardenüberschüsse der gesetzlichen Krankenkassen wird seit längerem über die Verwendung dieser Gelder diskutiert. Ins Gespräch gebracht worden sind auch eine Abschaffung der Praxisgebühr und eine Absenkung des Steuerzuschusses an den Gesundheitsfonds.
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