Renaturierung am Kälberbach abgeschlossen

Attraktives Naherholungsgebiet für Mensch und Natur

Von Inge Seidenstücker

Germete – Nach rund vier Jahren Bauzeit in zwei Bauabschnitten wurde der neu gestaltete Bereich im Germeter Kurpark Kälberbach nun offiziell eingeweiht.

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Als Zeichen der offiziellen Übergabe an den Bürgermeister Michael Stickeln (li.) und den Ortsvorsteher Willi Vonde (re.), überreichte Bernd Schackers jedem einen symbolischen Eisvogel. Eine Vogelart, die für lebendige, klare Flüsse und Bäche steht. „Vielleicht kommt der Eisvogel demnächst auch hierher“, sagte er abschließend.

© Foto: Seidenstücker

Entstanden ist ein ökologisch und optisch deutlich aufgewertetes Naherholungsgebiet. „Mit der Renaturierung gewinnen wir ein wertvolles Stück Natur zurück“, freute sich Bürgermeister Michael Stickeln über das gelungene Projekt und dankte allen, die sich dafür stark gemacht haben.
Was man in früheren Zeiten gut hieß, nämlich natürliche Flussauen in Landwirtschaftsflächen umzuwandeln, erwies sich langfristig als ungünstig für die Natur.
So wurde nun auch der Kälberbach nach den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie naturnah umgebaut und dient vor allem der ökologischen Verbesserung des Gewässers. Die Gesamtinvestition von 1,2 Millionen Euro enthielt eine Förderung von 80 Prozent aus Landesmitteln, informierte der Bürgermeister.
Ziele der Renaturierung sind u. a. die Verbesserung der Lebensbedingungen für Kleintiere im Bach, Fische und Wasserpflanzen. „Mit der Maßnahme wurde nun ein Stück europäische Umweltpolitik im Kurpark Germete umgesetzt“, betonte Bernd Schackers vom UIH Planungsbüro Höxter, das mit der Planung und Umsetzung der Renaturierung beauftragt war. Er dankte der Stadt Warburg und vor allem den Germetern für die Bereitstellung der Flächen. In den beiden Bauabschnitten wurden insgesamt 510 Meter Bachstrecke umgestaltet. Im Zuge der Renaturierung wurde der Bachlauf nun auf 630 Meter verlängert. „So wurde im ersten Abschnitt das Bachprofil vergrößert und die Einlaufsituation optimiert. Gleichzeitig wurde die Ufermauer an der Straße erneuert und der Fußweg ans Gewässer verlegt“, erklärte er weiter. Im zweiten Abschnitt, der sich um einiges aufwendiger gestaltete, entfernte man zunächst die Betonkaskaden, damit Fische und Kleintiere im Gewässer wieder wandern können.

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Die Steinriegel ermöglichen den Fischen einen höheren Wasserstand.

 

© Foto: Seidenstücker

Um das Gefälle des Baches langsam abzufangen, wurden 19 Steinriegel eingebaut. Dadurch kann sich ein ausreichend hoher Wasserstand für Fische halten. Schackers wies besonders darauf hin, dass die Lücken in den Steinriegeln ein Wandern der Fische und Kleintiere ermöglicht und es deshalb sehr wichtig sei, dass hier immer Wasser fließe. Dies gelte vor allem für Forellen und vielleicht ja auch bald wieder für die Groppe. Auch sei es an manchen Stellen so gestaltet, dass kleinere Hochwasser erwünscht sind und für eine eigendynamische Entwicklung sorgen und sich so positiv auf die Natur auswirken. Des Weiteren wurde eine natürliche Bepflanzung vorgenommen, um auch den Insekten einen Lebensraum zu bieten, die genauso wichtig für einen ökologischen Kreislauf sind. Außerdem bietet sie eine natürliche Beschattung. Im Bereich des Riegelpasses soll bewusst kein Wald entstehen, damit eine speziell eingebrachte Tonschicht nicht zerstört werde. Diese Schicht wurde zum Schutz des Heilquellen-Grundwasser eingebracht.

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Viele Germeter und Gäste nahmen an der Einweihung des neu gestalteten Bereichs am Kälberbach teil.

© Foto: Seidenstücker

Um das Gewässer erlebbar zu machen, wurden Zugangsmöglichkeiten geschaffen. Ebenso lässt sich die Flora und Fauna rund um den Kälberbach gut von der Sitzmauer beobachten. Schautafeln informieren über die Renaturierungsmaßnahme.

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