Otfried Faul stellt zwanzig Skulpturen aus

Attraktivität der Eversteiner-Burgruine gesteigert

Polle (ozm) - Da Skulpturen in parkartigen Landschaftsgärten am besten zur Geltung kommen, konnten sich die Gäste der beeindruckenden Verbindung der aus Eisen und Stahl gefertigten Kunstwerke mit den alten Mauern der Burg und der wunderschönen Landschaft im Hintergrund nicht entziehen. Immer wieder war zu hören, wie traumhaft schön es hier im Weserbergland ist und wie interessant gerade hier oben auf der Burg das Zusammenspiel von Kunst und Natur sei.

So sammelten sich die Besucher der Vernissage, eingestimmt durch diesen bemerkenswerten Schauplatz, auf der zweiten Ebene der Burg unter den dichten Bäumen, um von Heidelinde Kropp, Vorstandsmitglied des verantwortlichen Heimat- und Kulturvereins, begrüßt zu werden. Neben den interessierten Besuchern konnte sie auch Vertretern aus Politik und Wirtschaft für ihr Interesse danken. Sie dankte besonders dem Vertreter der Stiftung der Sparkasse Weserbergland Klaus Jelinski für die spontane finanzielle Unterstützung, Bürgermeisterin Ulrike Weißenborn für die Hilfestellung der Gemeinde sowie den vielen ehrenamtlichen Helfern, ohne die diese Ausstellung nicht hätte realisiert werden können.
Kropp stellte den Gästen den aus Alfeld kommenden Künstler vor und drückte ihre Freude darüber aus, dass Otfried Faul sich dafür hat gewinnen lassen, seine Werke auf der Poller Burg auszustellen. „Faul wurde 1955 in Stuttgart geboren, in seiner ersten Ausbildung zum Agrarwissenschaftler mit Abschluss Dipl.-Ing.agr. fand er seine Liebe zur Natur bestätigt. Die Sehnsucht nach Freiheit und nach künstlerischem Gestalten ließ ihn den Weg der Kunst beschreiten. Er verarbeitet in seinen Werken gefundenes, ausgedientes und abgelegtes Material aus Eisen und Stahl, das nur vorübergehend seinen endgültigen Zweck erfüllt hat, zu menschlichen und tierischen Körpern und markanten Gebilden. Der Künstler verzichtet gezielt auf die anatomisch korrekten Abbildungen des Körpers, er konzentriert sich auf innere Faktoren im Gegensatz zu äußeren Erscheinungen.“
Bürgermeisterin Weißenborn überreichte dem Künstler zur Begrüßung einen duftenden Rosenstrauß aus ihrem eigenen Garten und brachte zum Ausdruck, dass sie sich über die Ausstellung sehr freue, da sie die Attraktivität der Poller Burg deutlich erhöhe.
Der Landtagsabgeordnete und Kreislandwirt Hermann Grupe, studierter Agrarier wie Otfried Faul, hatte auf den ersten Blick erkannt, dass die Kunstwerke zum Teil aus alten landwirtschaftlichen Geräten hergestellt waren. So fand er als Material für den Fuß eines Vogels eine alte Pflugschar wieder und Flügel aus Teilen alter Heuwender. Er bemerkte, dass Bauern und Kunst bestens zusammenpassten. Landwirte müssten von Natur aus Universalgenies sein, das sie sonst ihren Beruf nicht in vollem Umfang ausüben könnten.
Der Landtagsabgeordnete Uwe Schünemann dankte dem Künstler dafür, dass er seine Werke in einer der schönsten Gegenden Deutschlands präsentiere und hob hervor, dass hier im Weserbergland Kunst und Natur ein perfektes Zusammenspiel fänden. Die Nachhaltigkeit der Werke Otfried Fauls fand er besonders bemerkenswert, da diese zum Zeitgeist unserer Gegend passe.
Otfried Faul machte den Gästen deutlich, dass die „Gegenwärtige Vergangenheit“ ihn immer wieder inspiriere und zu neuen Werken dränge. Als leidenschaftlicher Sammler sehe er in jedem von ihm gefundenen alten Eisenteil ein Element eines neuen interessanten Exponates. Der Künstler nutzte die Gelegenheit, die Gäste mit amüsanten Details seines Werdegangs zu unterhalten.
Die Skulpturen aus Eisen und Stahl sind noch bis Ende September auf den drei Ebenen der Burgruine zu sehen.
Die Burg ist täglich geöffnet von 10 bis 19 Uhr. Eintritt: Erwachsene 2, Kinder 1 Euro, Gruppen erhalten Ermäßigung.

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