Auf dem Weg zum Naturpark Reinhardswald

Von Kerstin Aderholz

Hofgeismar - Eine weitere Etappe auf dem Weg zum Naturpark Reinhardswald wurde mit einem Ideenworkshop geladener Teilnehmer aus den Bereichen Politik, Verwaltung, Naturschutz, Kultur, Bildung, Tourismus und Gastronomie zurückgelegt. Bisher besteht eine Touristische Arbeitsgemeinschaft „Märchenland Reinhardswald“, der Bad Karlshafen, Fuldatal, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Liebenau, Trendelburg, der Forstgutsbezirk Reinhardswald und als unterstützende Partner Oberweser und Wahlsburg angehören. Veranstaltungsort war die Hofgeismarer Stadthalle.

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Ein beliebter Teil des Reinhardswaldes: der Urwald Sababurg.

© Foto: Archiv

Sonja Kunze vom Planungsbüro akp_Stadtplanung + Regionalentwicklung, das von der TAG Märchenland Reinhardswald mit der Erarbeitung eines Entwicklungs- und Kooperationskonzeptes beauftragt worden war, stellte dieses zu Beginn der Veranstaltung kurz vor.

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Der Workshop in der Stadthalle hatte unterschiedliche Schwerpunkte, wie z.B. "Gastronomie, Beherbergung und Vermarktung".

© Foto: Aderholz

Ziel des Workshops war es, zu den Themen inhaltliche und organisatorische Gestaltung des Naturparks ins Gespräch zu kommen, zu diskutieren und Ideen zu sammeln. Des Weiteren sollten wirtschaftliche und touristische Potenziale, mögliche identitätsstiftende Eckpunkte der Kulturlandschaft und das Antragsverfahren thematisiert werden.
„Wir wollen eine große Akzeptanz in der Region für den Antrag zur Ausweisung eines Naturparks, weil diese unsere Chancen auf ein positives Votum aus Wiesbaden erhöht“, erklärte Landrat Uwe Schmidt. Beim letzten Punkt werde es auch zentral um die Einbindung der Bürgerinnen und Bürger gehen, so Schmidt weiter. Man wolle alle Ergebnisse des Workshops öffentlich diskutieren und in den Bürgerinformationsveranstaltungen offen für Veränderungen sein.

Diese sollen noch vor den Sommerferien stattfinden, da geplant ist, die Ausweisung eines Naturparks im Herbst dieses Jahres zu beantragen.

Was ist eigentlich ein Naturpark?
„Ein Naturpark ist ein geschützter, durch langfristiges Einwirken, Nutzen und Bewirtschaften entstandener Landschaftsraum. Diese wertvolle Kulturlandschaft soll in ihrer heutigen Form bewahrt und gleichzeitig touristisch vermarktet werden.
Naturparks unterliegen in den meisten Staaten einem gesetzlich reglementierten Gebietsschutz, der Teil des Naturschutzrechts ist.
Die Definition der Kategorie Naturpark erfolgt durch Bundesrecht (§ 27 BNatSchG). Einzelheiten, vor allem hinsichtlich der Ausweisung, Feststellung oder Anerkennung als Naturpark, variieren in den einzelnen Bundesländern nach Maßgabe des dortigen Naturschutzrechts. In § 27 BNatSchG wird festgelegt, dass Naturparks einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende, großräumige Gebiete und auf überwiegender Fläche Landschafts- oder Naturschutzgebiete sind, eine große Arten- und Biotopenvielfalt und eine durch vielfältige Nutzungen geprägte Landschaft aufweisen.
In Naturparks wird eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, und sie sollen wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen besonders für die Erholung und für nachhaltigen Tourismus geeignet sein.
Die zugrunde liegende Idee ist ein Schutz durch Nutzung, deshalb ist die Akzeptanz und die Beteiligung der Bevölkerung am Schutz der Kulturlandschaft und Natur sehr wichtig. Dabei sollen der Schutz der Natur und die Bedürfnisse von Erholungssuchenden so verknüpft werden, dass beide Seiten davon profitieren: nachhaltiger Tourismus mit Respekt vor dem Wert der Natur und Landschaft stehen im Vordergrund.
Grundsätzlich sind hier alle Handlungen, Eingriffe und Vorhaben verboten, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen.
Naturparks sind bei der Bauleitplanung zu berücksichtigen und müssen in Bebauungsplänen dargestellt und beachtet werden. Man spricht hier von einer nachrichtlichen Übernahme. Sie sind verbindlich und können nicht etwa aufgrund eines übergeordneten Allgemeinwohls in der Abwägung überwunden werden.
Die Träger von Naturparks sind oftmals Vereine oder kommunale Zweckverbände.
Die deutschen Naturparks sind im Verband Deutscher Naturparke zusammengefasst.“ (Quelle der Definition: Wikipedia)

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